Donnerstag, 1. November 2012

krankenpflege

Nein, es ist nicht so schlimm. Obwohl ich weiß, dass die geneigten Leser meines Blogs auch zu irgendeinem geheimversteckten Teil ihrer voyeuristischen Seele auf blutrünstige Krankengeschichten stehen (sonst wären sie nicht meine Leser) -- kann ich derlei nicht bedienen.

Es gibt momentan keine offenen Knochenbrüche, keine eitrigen Zahnfisteln, keine unappetitlichen OP-Berichte. Ich bin einfach nur krank mit Ausschlag. Und habe ein bisschen übertrieben dieses Jahr. Ein Häuschen gebaut, eine bizarrologisch hochwertige Ausbildung gemacht, einen Garten umgekrempelt, mehrere Himalaya-Gipfel bestiegen und nebenbei noch circa genau 12.000 Buchseiten redaktioniert oder übersetzt. Jetzt wird psychosomatet. Ärztin meinte: kapott und krank wegen übertreiben. Und verschrob eine Medizin, auf deren Packung "Feierabend" steht. Und im Beipackzetteln was von "nicht am Straßenverkehr teilnehmen".

Die muss ich jetzt eine Woche lang nehmen, die Tabletten. Und gründlich alle Nebenwirkungen genießen, vor allem die Schlafattacken, eine allgemeine Besoffenheit und dass sich der Fußboden manchmal in schaukelnde Schiffsplanken verwandelt. Fear and loathing auf Kasse...

Damit ich mich vom Straßenverkehr und auch vom Internet fernhalte, haben mir "gute Freunde" einen Haufen Filme vors Sofa gestellt. Ohne Mitspracherecht. Bei der Auswahl mache ich mir nun doch Gedanken.

Welche Art Unterhaltungselektronik bei welcher Diagnose angezeigt ist, hat noch niemand systematisiert? Gibt es ICD-10-Code entsprechend therapeutische Film-Rankings? Ausschluss-Kriterien? Sollte z.B. jemand, der an der Beatmung hängt, ausgerechnet "Open Water" kucken? Oder Menschen mit akuter Arthritis "Edgar mit den Scherenhänden"?

Ich hab jedenfalls die siebenteilige Extended-Edition vom Herrn der Augenringe mit Bonus-Hobbits zurückgehen lassen. (Lieb gemeint, aber ich hab zuviel gearbeitet, ich möchte jetzt nicht noch ganz Mordor durchfeudeln!) Ob mich 40 Folgen Büromobbingspaß mit C.M. Herbst ohne Stammhirntoupet erfreuen, bin ich mir auch grad nicht sicher. Dass mir Frollein J. die "Tote Omma" aufdrängte, weist hoffensichtlich nicht auf nekrophile Erwartungen ihrerseits hin. Über Kifferkultfilme bin ich bei meiner Medikation hinaus. Und Freunde, die mir kreischende NYC-Woohoo-Girls mit Shopping-Problemen aufdrängen, sind irgendwie auch keine Freunde.

Ich brauch grad was Langsames und Betuliches zum Mitschneiden. Und damit ich weiß, dass diese Welt ungefähr so besoffen, schläfrig und zenmönchisch meditativ ist, wie sie sich mit diesen Tabletten anfühlt. Also fangen wir an mit "Spejbl und Hurvinek", trainieren uns langsam Richtung amerikanische Engel oder Walter Matthau & Jack Lemmon... und bis zur "Gegengeraden" kann ich hoffentlich wieder stehen.

Entschuldigung, falls dieser Blogeintrag balla klingt. Ich bin balla. Aber das liegt nur an den Tabletten. Sagt Wowbagger der unendlich Verlängerte.

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Die Himalaya-Gipfel sind gelogen,.

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Alle Kreter sind Lügner.

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