Donnerstag, 30. August 2012

leistungsschutzrechtfolgenoptimismus


[Symboldbild schlecht zu lesen: "What germans think is funny" von Matthew Diffee im Vortrag Rejection-Satire, 03.03.2012.]


Es ist ein bisschen traurig, dass es nun bald keine Zeitungen mehr gibt. War doch eigentlich eine gute Sache diese Presse. Aber die Zeitungsverleger wollen nicht, dass Suchmaschinen auf ihre Angebote hinweisen. Denn die Suchmaschinen machen ja das große Geld mit dem Internet und nicht die Zeitungsverlage.

Deshalb haben die Zeitungsverlage nun ein Gesetz von der Regierung bekommen, das zur Folge hat, dass niemand mehr im Internet ihre Angebote findet. Das Gesetz heißt: "Wenn du böse zu mir bist, schieße ich mir so lange ins Knie, bis du nicht mehr böse zu mir bist."

Die Folgen berechnen Zeitungsverlage anders als die großen Suchmaschinen. Für jene ist die deutsche Presselandschaft vermutlich nur ein kleiner Furz am Rande des intergalaktischen Informationsgeschiebes. Kann man gern auch einfach ausknipsen. Und das hätten die Zeitungsverlage auch selbst machen können: sich ausknipsen bei den Suchmaschinen. Mit einem schlichten Nicht-Indizierungs-Befehl. Falls sie den nicht kennen, könnten sie meinen Freund Carlos fragen, der weiß wie das geht.

Ein bisschen pathetisch, was der Perlentaucher als Nachruf schreibt... "Das Internet war eine Episode der Freiheit". Unsinn, weil jedes Land sowieso sein eigenes Internet hat, wegen der sonstigen Zensur und jeweiliger kapitalistischer Wertsteigerungsinteressen... Ein anderer Satz stimmt aber: "Der Jubel der Medien über das Leistungsschutzrecht offenbart zugleich ihren Funktionsverlust als Träger der freien Öffentlichkeit."

Nun ist das Knie kaputt und die Suchmaschinen sind immer noch böse. Also wird bald niemand mehr wissen, wie diese Zeitungen heißen. Die halten weiter an Geschäftmodellen aus dem 19. Jahrhundert fest. Aber Leute, die etwas schreiben, Autoren also, möchten in der Regel auch gern gelesen werden. Also müssen die Schreiber andere Einkommensquellen erfinden, als sie bisher die Verlage boten. Zukünftig werden hierzulande die interessanten Sachen vielleicht bald wieder in Blogs zu lesen sein. Wenn die Verlage zu dumm sind, machen die Autoren das eben selber.

So ähnlich wie die Musiker, wenn sich dank der Gema keine Disko und kein Radiosender mehr Musik-Ausstrahlungen leisten kann.

Die deutsche Sprache ist in hundert Jahren übrigens ausgestorben. Ein kleiner Furz am Rande der internettischen Sprachanwendungen. Was schade ist. Man kann so schöne lange Worte damit basteln. Z.B. "suizidgefährdete Verwertungsgesellschaftsmodelle".

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