Donnerstag, 21. Juni 2012

früher war mehr gitarren


[Lehrbild für alle U30: Dieses ist eine Gitarre.]

Heute wurde ich zu Fete de la Musique einbestellt, aber mir bluteten schon die Ohren, als ich zwei Stunden bei einer Freundin auf der Oranienstraße (O-Straße sagt der, der auch Prenzlberg sagt) am Kaffeetisch saß.

Ich kann mich nämlich noch erinnern, dass ... als ich noch keine alte ungnädige Frau war, sondern eine junge ungnädige... dass da richtige Bands gespielt haben vor den Kneipen. Mit so Dingern um den Hals, die man Instrumente nannte. Oder "Harke", wenns eine Punkband war.
Heute sah ich überall seelenlos rumwabernde böse Jungmenschen* vor seelenlos rumwabernden Soundsystems, die von gelangweilt rumstehenden DJs betrieben wurden -- und die wussten alle nicht wo sie hinkucken sollten oder auch hinhören. Denn überall waberte es gleich gelangweilt vor sich hin. Livemusik aus der Konserve.

Wir ungnädigen alten Frauem am Kaffeetisch wussten uns nicht anders zu behelfen, als Drogen zu essen und Torte zu nehmen. Wummer Wummer Wummer. Und dann Schnaps zu trinken in der Stammkneipe ohne Soundsystem. Und Fußball zu kucken. Und uns unzuhause zu fühlen zuhause.

Und dann erklärte mir der DJ Barkeeper von der Stammkneipe, dass die Fete mit dem 15000-Leute-Konzert der Ärzte aufm Mariannenplatz damals kaputt gegangen sei. Denn seitdem stellt kein Wirt, der von Verstand ist, mehr 'ne komplette Band vor die Tür. Nur noch kostengünstiges Bösejungmenschengewummer. Für die wabernden Massen.

Aber dann fuhr ich nach Hause und hörte auf dem Weg ein bisschen Musik. Prima Mexikaner-Ska mit Cumbia-Trompete an der Skalitzer ("Calzada de los Muertos"). Und ein Telefonat später erzählt mir der alte Freund Herr N., dass er noch bis morgen früh einen neuen Bandnamen braucht, um im September mit ebendiesem auf Tour zu gehen. Und nochn Gitarrero. Und Texte. Und leidet. Block wartet auf die Texte, der Booker auf den Namen. Ich schlag ihm drei vor und einen Musiker. Und leide mit. Und tröste, dass es doch immer dasselbe ist mit der Kunst und dem Geleide vorher.
Und er sagt, an Abenden wie diesem müsse er an Freund T. denken, und wie der auf Berlin schimpft. Und heimlich müsse er dem dann auch recht geben. Und ich sage, hat er auch. Heimlich.**

Schön, dass die Freunde wieder Musik machen und was Ordentliches zurecht leiden. Wo soll man denn sonst noch hingehen?



Wortbesitz: U. Hannemann
*
Sicherheitsvorbehalt: Dies ist UngnädigealteFrauencontent, der betrunken ge- und insofern morgen sicher wieder umgeschrieben wird. Oder gelöscht. Je nach Belieben.

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