Mittwoch, 29. März 2006

thail 1: bangkok bei nacht

Zwei Abende nacheinander gastieren wir im Reflections, dem wohl einzigen Biergarten des Millionenbezirks Ari. Der Thai an sich bevorzugt es ja, seine Mahlzeiten inmitten achtspuriger Autobahnen einzunehmen, wo man nicht nur sieht, was man isst, sondern auch, was man atmet.
Wir Farang aber freuen uns, mal ein Bier ohne Aircon oder Geknatter trinken zu können. Nur der Zehnuhr-Elefant schlurft hüftlahm am Blumenbeet vorbei und ein Alleinunterhalter quält seine Orgel mit thailändischen Schlagerpotpourris.

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(Alle Fortsetzungen - Thailand)

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Bayoke

...
Später in der Nacht sitze ich mit Felix im Taxi. Der Fahrer ("I love Farang") spricht kein Englisch und wirft uns am falschen Bayoke-Tower raus. Marktstände werden abgebaut, die Straße beleuchtet von einem kreischenden Fernseher. Eine Oma in Boxershorts kehrt die Straße. Letzte Hühnerteile verkohlen auf dem Grill daneben. Der Blick geht rauf zum Wolkenkratzer über unseren Häuptern.
"Guck mal", sagt Felix, "es ist genau wie in diesem Manga-Film..."
Ich hab das Gleiche gedacht: "Ja, das hier ist Ghost in the Shell!"

Schweigend latschen wir durch das nächtliche Marktgewimmel. Mir summt bei allem Geschrei noch der Kenji-Kawai-Chor im Ohr und versuche das Kopfkino abzustellen. Die Leute in den Gassen verdienen im Monat soviel , wie wir für ein Essen ausgeben.
Oben die glänzenden Skyscraper, unten das Lumpenproletariat. Die Slums in dieser Stadt sind nicht aussortiert, sondern mittendrin. Es ist ein lauter, dröhnender und sehr schöner Sciencefictionfilm, in dem ich mich heute abend bewege. Irgendwie bleibt Bangkok auch ein Film für mich. Zuviel Alltag wird mir doch erspart.

Am zweiten Bayoke-Tower treffen wir Bunyong und die anderen. Wir fahren hoch auf das "Empire-State-Building" bei Chit Lom. Die Aussichtsplattform (auf 309 Metern) hat schon geschlossen. Aber in der Bar spielt ein philipinischer Zuzweitunterhalter aus dicken Notenbüchern. Wir nippen Long Island bei rührigen Evergreens und einer schweigenden Skyline. Der Musiker sieht aus wie Colin, wenn er ein alter Mann wäre und irgendwann im Leben mal bessere Laune hätte.

Über allen Wipfeln in Ruh - von der Aircon schockgefrostet. Unten auf der Straße werden wir wieder warm beim Verabschieden: Felix will die Tage weiter nach Adelaide zu einem neuen Job. Wir fliegen morgen in den Isaan.
Danke, lieber Herr B., dass Sie an die richtigen Filme denken!
.

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