Sonntag, 10. Juni 2012

musikalische früherziehung


[Symboldbild: Heimweg. Jeden Abend der gleiche Kitsch.]

Gestern war Kinderfest im Kleingarten. Ich war nicht eingeladen, habs nur gehört. Die hatten einen DJ und potente PA. Mir taten die Kleinen leid. Ist ja klar, dass Eltern manchmal genervt sind von ihrer Brut. Aber deshalb muss man sie nicht gleich solcher Musik aussetzen. ("Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" -- Techno-remix). Hätten die Amis diesen DJ in Guantanmo eingesetzt, müsste sich Bush längst in Den Haag verantworten. Aber mit Kindern kann man's ja machen.

Außerdem war Punkkonzert bei den Wagenburglern nebenan. Das war schön. Die Musik gefiel auch meinem Freund Gustav (4) viel besser. Außerdem kamen einige buntrasierte Leute in den Garten, die sich akkustisch verlaufen hatten und frugen, wo gehts denn hier zum Punkkonzert? Wir haben sie dann nicht zum Kinderfest geschickt, weil wir keine bösen Menschen sind. Gustav und ich.

An der Rummelsburger Bucht hab ich übrigens fast meine erste Oppa-Schlägerei erlebt. Der eine Oppa fand, der andere sei ein Rowdy und machte viel Geschrei und Luftgeboxe. Mein Vorschlag: Erschießen! Keine Gefangenen! Das fanden die Oppas übertrieben und mussten doch nicht mehr so dringend ihre fragile Männlichkeit reparieren. (Oder sie fande mich noch scheißer als sich gegenseitig.)

Und abends endlich wieder Schland-Getröte und Gejohle. Herr Grau schrob, im Wedding in Moabit sei Silvester. In Kreuzberg war auch Silvester. Irgendwann krachte es aber ziemlich laut und unsilvesterig. Ein besoffener Jungmensch war mit seinem besoffenen Fixie vom Balkon gefallen auf dem Fußweg gegen die geparkten Motorräder gebrackert. Um nicht gegen die anderen besoffenen Schlandgröhler zu brackern. Evil Knevil saß dann da und sah nicht so gut aus mit all dem Blut am Kopf. Wollte sich nicht ersthelfen lassen. Hatte gegen Portugal gewonnen. Da muss man schonmal Opfer bringen. Schlaaand! Ich leg mich wieder hin.

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Dienstag, 5. Juni 2012

hiergeblieben

Erschreckend. Frau Generator, die alte Weltreisende, hat seit über 8 Monaten die Stadt nicht mehr verlassen. Eigentlich wollte ich im Winter endlich nach Bragentinien, ins Flammenland und zu den Pinguinen mit den Sonnenbrillen. Stattdessen war ich im Dezember für eine halbe Stunde in Spandau. Und sonst nürgends. Naja, ich war schon wo. Aber eben nur hier oder im Garten. Aus lauter Gründen, die mir jetzt nicht mehr einfallen. Oder doch.

Da war die ganze Arbeit, dann war Kamera weg, dann war da dieser Typ, der nicht weg wollte, dann hatte ich OP, dann war schon wieder Weihnachten, dann eine Lesung, dann wars kalt, dann war Finanzamt, dann wars immer noch kalt, dann war Typ doch wieder woanders, dann war ich traurig, dann hab ich gearbeitet, dann war Farrat, dann war Hütte kapott, dann war noch mehr Kummer, dann lauter Jobs, dann war die Landung der Alliierten, dann hab ich aus lauter Kummer die alte Hütte umgehaun, dann war Trümmersteine klopfen und Fundament, dann war Erkältung, dann war Tischlerkumpel da, dann hab ich eine wunderschöne neue Hütte gebaut und wasserdicht verpackt... und hopp... sind 8 Monate um. Fast schon eine ganze Hin- und Rückrunde bin ich nicht mehr vor die Tür gegangen.

Könnte schlimmer sein. Mein schlechtes Flugmeilen-Gewissen ist sowieso voll. Autobahnfahren macht mir Flugangst. Im Zug sind immer zuviel Leute. Und mit dem Farrat kommt man nicht sooo weit, es sei denn man hat viel Zeit zum weitkommen. Fast wär ich neulich nach Wandlitz gefahren, aber dann hatten die Wandlitzer keine Zeit.

Letzte Woche immerhin in drei Stunden nach Britz, nach Köpenick und von dort noch kurz nach Charlottenburg geradelt. Wegen Kleinkram zu erledigen. Da kommt man doch schön rum. Und da braucht man dann auch keinen Pass extra, wie nach Westdeutschland oder Ameriland. Ist doch sowieso alles eine große Illusion. Fährst du nach Lummerland oder an die Riviera, hast du dich immer dabei. Und alle deine Gedanken. Und hinterher kommst du wieder und es ist alles wie vorher. Nur schlimmer, weil du ja extra weg warst, statt zuhause -- sagen wir mal -- alte Hütten umzuhaun. Alles Blödsinn.

Jetzt kann ich erstmal nicht mehr weg. Ich muss die Tomaten gießen. Und ein bisschen schlafen. Und das Wechselbalg von zugelaufenem avi-antville-Blog wird dieser Tage offensichtlich 10 Jahre alt. Danke, Herr Cörser! Das warn noch Zeiten...! Dafür muss ich jetzt das große Brillantfeuerwerk organisieren. Tomaten nicht vergessen.

Versuchs im Herbst mal wieder mit wegfahren. Bis dahin könn ja alle herkommen.

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Donnerstag, 24. Mai 2012

flügge

Tischler ist ausgeflogen. Seit gestern werkel ich wieder zu eins auf der Baustelle. Da fühlt man sich etwas allein, vor allem, wenn es darum geht, eine 100 kg schwere Tür einzuhängen.

An dieser Tür war ich grade noch am reparieren, als es plötzlich Plumps machte. Und Fieps. Eine der dauerfiepsenden Jungmeisen war mir vor die Füße gefallen und beschwerte sich lautstark über die Schwerkraft. Der Junior hatte noch keinen Pilotenschein. Hab ich ihn also aufgehoben, Leiter geholt, wollte ihn wieder in den Kasten schubsen. Da wollte er nicht rein, war er ja grade erst getürmt.
Also Startrampe gesucht. Vom Dreimeterbrett springen wollte er auch nicht. Leider konnte ich ihm nicht so recht was vorfliegen. Wie soll man es jungen Meisen recht machen?

Calimero saß noch eine Weile bei mir rum. Hat mir kameradschaftlich in die Hand gekackt. Und irgendwann hatte er wieder genug Mut und flatterte zurück in den Apfelbaum. Beim Türeinhängen war er leider keine Hilfe.

(Man kann Bäume auch raufklettern, wenns mit dem Fliegen nicht klappt...)

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Montag, 14. Mai 2012

haufen

Bitte den Hellprayer, einen Haufen zu machen -- und das kommt bei raus.
Danke Hellprayer, schöner Haufen.

(Und was will es mir übrigens sagen. dass mein Redneck-Nachbar neuerdings die Südstaatenflagge hisst, statt Schwarzrotgelb?)

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Montag, 7. Mai 2012

bauplanraupe


[Symbolbild: Bauplanraupe]

Tschulldigung. Bin grad nicht im Internet. Bin aufm Bau und bau mir eine Hütte. Der Mensch braucht mehr Hütten.
Und der Mensch, mit dem ich die Hütte baue, mit dem hab ich 1985 schonmal eine Hütte gebaut. Da weiß man, dass das klappt. Oder so ungefähr zumindest. Hüttenbauerurvertrauen. Gibt auch kaum fast kein Streit über das was und wie, höchstens über das wann und in welcher Farbe.

Aber jetzt schlafen und sich das mit den Fenstern nochmal überlegen.

(Schönstes Kompliment heute beim Hobeln: An mir wär doch eine gute Tischlerin verloren gegangen. Sacht der Tischler. Zu spät.)

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Samstag, 28. April 2012

heraus zum zweiten mai

Nicht verschlafen oder den ganzen Tag nur an sich rumspielen:
nächsten Mittwoch feiert die Nation wieder die unhippste, unsportlichste, ungeschminkteste, aber vernünftigste, erotischste, fortschrittlichste, klügste und glamuröseste Demo der diesjährigen Demo-Saison...

2. Mai: Gegen den Zwang zur Lohnarbeit,
Senefelder Platz, Berlin, 13 Uhr

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Dienstag, 24. April 2012

völker höret die signale

Gentrifizierung ist, wenn bei Stromausfall in der ganzen Straße nicht die Taschenlampen sondern die Alarmanlagen losgehen.

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Montag, 23. April 2012

etappe

Ich habe ein Fundament und werde es benutzen.
(Die uralten Stahlkappentreter wohl nicht mehr.)

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gefahrensucher

Wo will er denn nun hin?

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Freitag, 20. April 2012

ostcode

Der Maurer sagte mir heute, er hätte den Scheiß-Auftrag nur angenommen, weil er dachte ich sei ausm Osten (beim ersten Treffen). Kompliment oder kein Kompliment ist wohl die falsche Frage. Jedenfalls macht er das Fundament nun trotzdem fertig.

Rätsel Ostcode. Nach 12 Stunden zusammen Schuttschüppen auch egal.

(Und noch was gelernt: damit der Betong ordentlich abbindet macht die ordentliche Hausfrau einen ordentlichen Schluck Spüli mit rein.)

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Donnerstag, 19. April 2012

stützschuhgeraffel

Kaum begeb ich mich mal raus aus meiner Disaster Area (auf dem Weg zum Holzhandel), treffe ich lang nicht getroffene Leute, seltsamerweise alles gelernte Tischlerinnen...

... die Ex vonner Ex-Affäre mit bedauernden Freundlichkeiten.
... die finnische Möbelkünstlerin mit den schönen Brüsten Schränken. Die mir erklärt, wie man in ihrer Heimat unmodderbare Fundamente baut und meine Pläne für gut befindet -- aus finnischer Sicht.
... den ehemaligen Bassisten einer weltberühmten Punkkapelle, der inzwischen auch lieber wieder holzhandwerkt und bezüglich Fenstern gute Hinweise hat. (Außerdem Zeit zu helfen, wenn nötig!)

Und dann steh ich freudig erregt von all der versammelten Kompetenz vor 300 verschiedenen Stützenschuhen und H-Pfostenträgern und kann mich nicht entscheiden. Aber die kann man auch später noch reindübeln. Sagt der Tischler.

Nachtrag: Warum ich es so liebe, auf überdimensionierten Parkplätzen vor Baumärkten Kaffee zu trinken??? Musste ich erstmal draufkommen... erinnert einfach an die gemütlichsten Kaffeetrinkundrauch-Spots oder Motelumgebungen in Ameriland. In Zukunft also nur noch zum Urlaub nach Britz neben der Autobahn. Spart Kerosin.

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Dienstag, 17. April 2012

alte suchtmittel -- neu entdeckt

Liverpool 1993. Teufelszeug. Und das gibts jetzt hier im Laden um die Ecke.

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Montag, 16. April 2012

und im garten so: ground zero

Im Rahmen meiner Bauarbeiten an Ground Zero (= ehemalige Gartenlaube) habe ich sie unglaublich satt: diese Handwerkertypen und Bauexpertenangeber. Betonung auf Typen und Angeber.

"Nee, Mädel, so kannste das nicht machen." - Standardsatz 1.
"Mit dem Budget kommste sowieso nicht hin." - Standardsatz 2.
"Ich würde ja... [aufwendigste und unrealistischste Maßnahme anführ]" - Standardsatz 3.

Freundliche Ermutigungen also von allen Seiten. Leute füttern ihr Ego gern mit anderleuts Verzweiflung, so scheint es. Dazu wie üblich bei den meisten unernsten Verehrern unernst gemeinte Hilfsangebote: "Ich kann ja mal vorbeikommen und mir das mal ansehen." Ja echt? Wann? Morgen? Nächstes Jahr? Im nächsten Leben?

Es gibt ein paar dringende Fragen: Wie kann ich das Fundament stabilisieren auf unsicherem Grund? Wie tief muss ich frostfrei betonieren? Nimmt man für die neue Wasserleitung PE-Rohr Fittinge in MS oder PP, doppelt geflanscht in 1/2 oder 1 Zoll? Kann die schwebende Konstruktion über die alte Sickergrube rübertragen? Kriegen wir die recycelten Fenster wieder eingebaut? Warum ist das rheumatische Daumengelenk schon wieder geschwollen nach nur ein bisschen Akkuschrauben?
Ich bin eine oberschwachsinnige Chefidiotin und immerzu verliebt in idiotische Vorhaben. Aber auf halben Weg gibts kein Zurück. Ich darf abends heimlich weinen, aber vor diesen Typen keine Blöße zeigen.

Und dann kommt eines Nachmittags ein netter kleiner Mann mit Klemmblock vorbei. Der hat gehört, mit dem Wasseranschluss haperts. Und er sagt: "Kein Problem, mach ick dir doch schnell. Passt Samstag?"
Und dann legt mir der bezaubernde Nachbar in zwei Minuten eine wetterfeste Leihstrom-Leitung rüber, damit die Steinflex wieder läuft..
Und dann ein Anruf aus der alten Heimat: weltbester Schulfreund, Herzenskamerad und Bootsbau/Orgelbautischler hat momentan Zeit und wird mir meine Hütte bauen. Vielleicht sogar mit Klüvernetz und Subbassregister. Und er gibt mir einen schüchternen Rat: "Frag nicht zuviele Experten. Wir machen das schon."

Ich mag Männer, die einfach mal da sind, wenn man sie braucht.
Ich will nie wieder schlecht über Handwerker denken.
Irgendwie wird sich alles fügen.

(Hat irgendwer einen 26er Maulschlüssel über?)

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Montag, 9. April 2012

petergogisch

"Oh, Mann, Alter, ick bin ja so scheiße..." -- "Na, denn, warum hörste nich einfach ma uff mit scheiße sein." -- "Nanee, dann wär ick ja janüscht mehr, nichma mehr scheiße." ---

"Haste recht."

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Sonntag, 8. April 2012

subkomplex

Eine Nation ist gespalten. Progedicht und Gegengedicht. Wer nicht gespalten ist, hat nichts gelernt. Und wer progedicht ist, ist auch für Holocaust. Und wer gegengedicht ist, ist für Atomwaffen. Und wer progedicht ist, ist ein antisemitischer Rassist. Und wer gegengedicht ist, islamfeindlich. Und wer progedicht ist, soll sich was schämen. Und wer gegengedicht ist, ist ein Opportunist. Und wer progedicht ist, mag alte Säcke aus der SS. Und wer gegengedicht ist, findet Kriege gut.

So schlicht und einfach ist die Welt. Oder nicht.

Oder sogar noch weniger...

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Freitag, 6. April 2012

und im garten so: katharsis

Das sind "Herr Freund" (links) und "Herr Lehmann" (rechts). Zwei kräftige Kameraden. Hauptdarsteller. Denn momentan gastiert die Doku-Soap "Mein Mann fürs Grobe" im Garten. Sie schmeißen mit Dingen, zertrampeln die Tulpen, treten Wände ein, bringen Dächer zum Einsturz und kommentieren all das mit charmanten Handwerkerscherzen. ("Komm, Frau Nullzeit, halt mir mal den Sack!")

Meine Gartenlaube hat es hinter sich. Abriss war die einzige Option. Tragende Balken zerfallen bei bloßem Hinkucken zu Balkenbröseln. "Dieses Dach wäre dir sowieso irgendwann auf den Kopf gefallen.", meint Herr Lehmann. Ach ja, nee, dann doch lieber kein Dach. Man muss auch mal loslassen können. Und plötzlich wurde es richtig hell in der Bude.

Wir wühlen uns seit Tagen durch ostige Heimwerker-Archäologie. Was die damals alles verbaut haben?! Sie haben alles verbaut, was grad da war. Ab der dritten Bauetappe aber auch schon West-Spacks. Herr Freund hat circa 600 Stück davon aus den Dachplanken geakkuschraubt. Und ab 1990 wurde die Hütte offensichtlich mit Bauschaum grundsaniert. Zu Ostzeiten gab es keine Kreuzschlitz-Schrauben? Hatte man gegenüber dieser Erfindung ideologische oder technologische Vorbehalte?

Viele Tiere wurden auch verbaut. Zwischen den Dachschichten finden wir zwei mumifizierte ägyptische Dachratten-Könige namens "Ben und Jerry". Gleich neben dem verlassenen Wespennest und dem noch sehr vitalen Ameisenbau.

Herr Freund und Herr Lehmann schubkarren das alles in den Container. Und ich bau mir nächsten Monat mein kleines Lustschloss ohne tote Tiere. Die können sich hinten anstellen die toten Tiere. Und mir fällt irgendwann mal kein Himmel mehr aufn Kopf. So ein Garten ist doch zur Erholung da.

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Samstag, 31. März 2012

liebesdrama in dahlem

Wir so mit dem Auto in Dahlem. Autotüren offen, wir so am Laden und Teetrinken. Kommt ein kleiner dicker Hunt und will mit. Kommt ein kleiner dünner Junge und will, nicht, dass sein Hunt mitwill. Uns ist ein bisschen egal, wer alles mitwill nach Kreuzberg.

Hunt knurrt, will ums Verrecken ins Auto rein. Kleiner Junge weint fast, zerrt am Hunt. Fies vom Hunt. Liebesentzug aus purer Abenteuerlust. Hat ein Hunt Bindungsängste? Nun war die Hundezulauffrequenz in letzter Zeit schon erhöht genug, anderer Hunt wartet auf Unterbringung. Und ich weiß nicht, ob es gildet, wenn einem auch noch kleine Jungs zulaufen oder ob das Ärger gibt nachm Mitnehmen.

Hunt winselt, Kint zerrt, wir fahren. Kint winkt. Hunt winkt nicht. Schüss Dahlem. Was wollt ihr eigentlich? Ist doch viel schöner da für Jungs und Hunde.

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Dienstag, 27. März 2012

nazi-hugger

Tolle Strategie in Delitzsch: Man könnte die Nazis doch nur einfach umarmen, dann schlagen sie einem nicht den Schädel ein...

Aber lest selbst: ... "Der Veranstalter des Ska-Konzertes, wurde am gestrigen Donnerstag in die Räume der Stadt geladen und sah sich dort Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei sowie dem Bürgermeister und dem Oberbürgermeister der Stadt Delitzsch, Herrn Dr. Manfred Wilde gegenüber. Dem 26jährigen wurde mitgeteilt, dass er zukünftig keine Konzerte mehr in der Stadt veranstalten solle, bei denen Neonazis ausgeschlossen werden. Zudem sei er an dem Überfall „selbst Schuld“ und stelle mit seinem Bekenntnis, dass Nazis auf von ihm veranstalteten Konzerten unerwünscht seien, eine „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ und des "sozialen Friedens" in Delitzsch dar...."
(Radio Corax)

Ein Konzertbesucher liegt noch im Krankenhaus. Und die NPD in der Kommunalverwaltung sollte man am besten gleich mit umarmen.

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Donnerstag, 22. März 2012

und im garten so: zwangsgeräumt

Tschulldigung, Tschulldigung, Tschulldigung! Hausbesetzer kommen immer ungelegen. Und ich Spekulantinnenschweinin musste heute zwangsräumen. Jetzt sind ein paar Rotkehlchen obdachlos geworden (meinte Oppa H.). Aber die Haselrutenhalde hinter der Hütte musste weg und besser jetzt, als wennse schon brüten.

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Samstag, 10. März 2012

und im garten so: schmetterlinge winterschlaf

Gestern beim Ausräumen der Laube einen schnarchenden Schmetterling gefunden. Nun pennt er im Gewächshaus weiter. Neben dem Lavendel.

Wieder was gelernt. #Tagpfauenauge

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Donnerstag, 8. März 2012

integration

Kleine blonde Zwölfjährige bekleckert sich beim Araber mit Matschepampe aus der Schawarmatüte.
"Meine Alu is kaputt. Kann ich Teller?" -- "Das heißt: könnte ich bitte einen Teller haben... Aber sicher.", erwidert der migrationshintergründige Wirt.

"Hmpf!" -- murmelt sie. Und er so: "Das heißt: Danke."

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Mittwoch, 29. Februar 2012

wenn ich ein vöglein wär...

Dieser Februar ist nun offiziell zum Monat der großen Gesamt-Verarsche erklärt worden. Vielleicht liegt es an der ausklingenden Winterkälte oder am bevorstehenden Weltuntergang, aber zu viele Leute (ob nahestehend oder zum Glück nicht) -- erzählen einem dumme, bequemliche und durchsichtige Lügen Scheiße Unaufrichtigkeiten. Und gesellschaftliche Toleranzen gegenüber unaufrichtigem Verhalten scheinen auch entsprechend proportional zuzunehmen. Der Geilste ist, wer andere und sich selbst am geilsten verarscht. Ich mag dieses Wertesystem irgendwie nicht.

Meinem kulturpessimistischen Unbehagen gab ich heute Futter mit der (lag eh am Weg) kurzen Besichtigung der zukünftigen -- oder vermutlich zukünftigen -- Autobahnbaustelle in Treptow. Im Oktober noch hatte ich da Fotos gemacht. Um ein Vorher/Nachher zu dokumentieren. Die Fotos befanden sich aber leider auf der (von irgendeinem Evolutionsgewinner) geklauten Kamera. Deshalb gibt es nur vorläufiges Nachher zu sehen. Triste Mondlandschaft im Nieselregen. Auch ein weiteres Stahltor zur Hauptstraße war da vorher noch nicht...

Am 10. Februar hatte das Bundesveraltungsgericht zwar die illegale Bauvorbereitung des Berliner Senats gestoppt, aber der wollte Fakten schaffen. Damit in den ehemaligen Gärten nicht plötzlich ein Naturschutzgebiet entsteht. War auch schon. Alles voller Vögel und Kleingetier. Schönes Biotop hinter Natodraht. Der verhängte Baustopp hat augenscheinlich nichts genützt. Alles zu spät. Es stehen dort nun wirklich keine Bäume mehr. Sämtliches Grün wurde komplett planiert. So wie in Hamburg "aus Versehen" Gründerzeitbauten einstürzen, wird auch hier vorsorglich nichts mehr stattfinden. Ob legal oder illegal durchgesetzt, das Maß gilt wohl nicht für die Regierenden.

Der schwarzrote Senat kürzt übrigens im aktuellen Haushalt den Radverkehrsetat um die Hälfte (von 2 auf 1 Million = weniger als 30 Cent pro Einwohner und Jahr!) -- will aber ums Verrecken für 420 Millionen 3,2 km Autobahn durch die Stadt zementieren. Ich freu mich schon drauf, wenn in 20 Jahren alle Autobahnen für Fahrräder und Pferdekutschen freigegeben sind, weil es das Benzin dann in der Apotheke gibt. Aber ich hoffe ja noch, dass die ganze dumme Autobahnkohle nach Griechenland geschickt wird und nicht nach Treptow.


Kitschiges Symbolbild: die Weide liegt, aber treibt noch aus.

Besonders liebevoll erschien mir, dass die direkten Nachbarn vom Disaster-Area noch so akribisch ihre Pflanzkästen dekorieren. Tannenzapfen in Reih und Glied. Ordnung muss sein. Bei all dem Gelüge.

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Donnerstag, 23. Februar 2012

damenbad #16: steißwurst

Die Dame in der Dusche neben mir hat eine Wurst auf den Steiß tätowiert. Erst denke ich, ungewöhnliches Arschgeweih... aber die Wurst liegt sogar auf nem Teller mit allem Pipa und Po.
"Wieso hast du eine Wurst auf dem Hinterteil?" -- frag ich die Dame. Und sie grinst: "Weil ich die so gerne mag."

Weitergehende Fragen betreffs Wursterwerb (Imbissverkäuferin?), erwarteter Außenwirkung (Berufskleidung von Imbissverkäuferinnen?) oder erschwerter eigener Ansichtnahme des Lieblingsgerichtes (rückseitig?) verkneife ich mir.
Sie wird sich schon was bei gedacht haben.

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Dienstag, 21. Februar 2012

hipstersprech -- soziolinguistisch

Irgendwie hatte ich das ja befürchtet, auch wenn ich nicht sicher war, wie man derlei Sprachmoden ins Deutsche übernehmen kann. Doch es funktioniert. Das Hipstersprech ist bei uns angekommen.


[Unpassendes Symbolbild: wenn einer die Banane vom stumpfen Ende her ausweidet.]

Kein Wunder. Berlin wird überrannt von jungen, fancy englischsprachigen Durchreisenden oder Hierbleibern. Die wiederum sind komplett imprägniert gegen die einheimische Mundart ("It's not necessary to learn german to live here...") und verbreiten sich insofern in ihren eigenen Dialekten. Inzwischen aber scheint manche Intonation übernommen zu werden von jungen, fancy Eingeborenen.

Die Muttersprache stirbt aus. Machen wir uns nichts vor. Interessant finde ich, dass manche Hipster zuerst den fremden Sprachklang imitieren. "Soziolekte" scheinen sich zu internationalisieren. Und das betrifft nicht nur das in manchen Berliner Ecken so beliebte (und ausreichend verballhornte) "Türksprech".
Hipstersprech hingegen kommt von der amerikanischen Westküste. Dort geprägt von den wohlhabenden Schlafstädten im Valley. Was auch passt. Die "Hipster" vermitteln das Image einer durchgepamperten, materiell nicht gerade benachteiligten und politisch eher angepassten bis neoliberalen Generation. Hipstersprech kam aber in den letzten Jahren sogar schon in ostküstigen Farrat-Punker-Dokus vor (okay, die haben auch oft reiche Eltern) -- oder in spanischen Occupy-Camps.

In Kalifornien hatte ich mich noch gewundert, über ein paar regionale Sprachphänomene. Der Kurschatten sprach Valley-Slang, so konnte ich mich ganz prima reinhören. Auffällig sind einige Vokalverschiebungen, unerschließbare Abkürzungen oder Wortkombinationen (siehe das eigens dafür erfundene Urban Dictionary) -- und vor allem dieses unsägliche "High Rising Terminal".

HRT bedeutet, dass am Ende jeden Satzes die Stimmlage ansteigt, wie Linguisten ausgemessen haben, um ca. 40%. Das klingt dann im Grunde so wie in einem normalen höflichen Fragesatz. Betrifft aber jede verdammte Aussage, die so ein junges "verstörtes" Menschenkind trifft. Und es hat eine gewisse beabsichtigte Wirkung der Selbstverniedlichung (siehe L.A.-Girl im Sprachstudien-Video). Oder der vermeintlichen Zurücknahme der eigenen Person oder des eigenen Standpunktes, wenn nicht im Inhalt, so doch im Sprachklang. Pseudo weichgespültes Welpenschutzgehabe irgendwie. Besonders irritierend, wenn ein erwachsener und kräftiger Ex-Footballer anfängt, so mit einem zu reden... oder weitergedacht: mit kulleräugigen rosa Flauschkaninchen darf man ja nicht streiten. Da muss man die eigenen Interessen schonmal zurückstellen. Nicht gerade die sportlichste Diskussionskultur, nur leider irgendwie schick geworden.

Und im Jahre 2012 höre ich genau das Gleiche wieder in der Berliner U-Bahn! High-Rising-Terminal-Flausch auf Deutsch. Die nächste Generation wächst in eine immer härtere Welt hinein und äußert sich "mostly harmless" [Zitat].

Na, ich weiß nicht, ob das zielführend ist. Aber Moden sind immer auch ein Zeichen für eine bestimmte Geisteshaltung. Muss man mögen. Und man muss ja auch nicht so genau hinhören, wenn man nicht will.

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Mittwoch, 15. Februar 2012

lebensborn

Das kreative Kompetenzteam auf den CDU-Hinterbänken ist doch immer für eine tolle Überraschung gut. Vor zwei Wochen noch wollte da einer das Internetz verbieten, jetzt kam sein Kollege und wollte das besamungsmüde Volk mit einer Kinderlosen-Bestrafungsgebühr zu mehr ungeschütztem Beischlaf motivieren.

Dabei herrscht doch wahrlich kein Menschenmangel bei 7 Milliarden und Einwanderungssperren und Bildungsverknappung und zu wenig Kindergartenplätzen und so weiter... und eigentlich denke ich, dass ich der globalen Überbevölkerungskatastrophe sehr verantwortungsvoll entgegen wirke, indem ich mich nicht (erfolgreich) fortgepflanzt habe. Es gibt wirklich viele viele Kinder, aber für die CDU-Hinterbänke nicht die "Richtigen" und nicht als Sozialversicherungsbeitragszahler für hierzulande geeignet...
Vor fast 80 Jahren hatte schon mal einer so eine tolle Idee, wie man "die richtigen Kinder" produziert. Der hatte dann auch selbst ein Kind und noch zwei Uneheliche gezeugt, hat sich aber '45 umgebracht (als das Jüngste noch in die Windeln kackte), ohne sich um deren Aufwachsen und andere Kollateralschäden zu sorgen.

Mal sehen, was die CDU als nächstes neu erfindet: die Mitfickzentrale? Die Homo-Steuer? Die Ablebensprämie für Pflegefälle? Christliche Werte? Die Autokaufbelohnung (ach nein, die hatten wir ja schon)? Mir fehlt da die Phantasie. Aber ich bin zuversichtlich.

PS: hier um die Ecke heißt neuer hipper Edel-Kinder-Klamottenladen jetzt blutundbödisch "Heimatkinder". Keine Mütze unter 30 Euro.

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Donnerstag, 9. Februar 2012

dackelschusterdank

In tiefster Demut verneige ich mich mal wieder vor allen Handwerkern, die ihr Handwerk verstehen. Denn meine Lieblingsstiefel litten unter Reißverschluss- verpeterung und sind noch immer zu schade zum Wegschmeißen.
Noch keine 6 Jahre alt. Das Neue nich von...
Aber der Dackelschuster (der mit dem cheffigen Dackel) repariert Reißverschlusseinfädelungsschiffchen kostenfrei mit nur einem beherzten Hammerschlach. "Wieder was gelernt!", sach ich.
Und er so: "Man muss immer wissen, wo man zuschlägt."

Danke, Schuster!

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gerichterei

Unerfreuliches unerfreulich dargeboten heute in der 10-Uhr-Vorstellung des Kammergerichtes Berlin.
Und hinterher wurde man noch interviewt zu diesem prominenten Fall (zu dem man nichts sagen darf, weil es im Verfahren genau darum ging, ob man was sagen darf oder nicht) -- von einem Reality-Trupp des bulgarischen Fernsehens. Auch nochmal seltsam gewesen. Denn ich musste so tun, als ob ich mit der niedlichen Moderatorin spreche, während der Regissör von hinten irgendwelche Fragen flüsterte, die ich nicht verstanden habe. Aber wir durften ja sowieso nix sagen. Völlig unabsehbar auch, was die da nachher in die Untertitel reinschreiben in Bulgarien. Wie gut, dass wir alle so wenig bulgarische Realityshows kucken. Vielleicht wurde ich ja auch zu was ganz anderem interviewt als ich dachte...

Jetzt sind wir mal gespannt, ob man überhaupt wieder was sagen darf. Das Urteil folgte nämlich erst in der Nachmittagsvorstellung. Und da waren wir alle schon weg.

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Sonntag, 5. Februar 2012

wehret den anfängen

In Bayern, da haben sie auch so ihre Probleme mit den Problemkindern. Zwar ist es noch nicht die Regel, dass Lehrer an bayerischen Schulen morgens mit einem kleinen Warnschuss aus der Gaspistolen-Eiphone-App begrüßt werden, oder sich die geschundenen Kinderseelen mit einem beherzten Fausthieb ins Gesicht der Pädagogen Luft verschaffen. Auch liest man eher selten von Waffenkontrollen an Passauer Elitegymnasien...

Doch was zu weit geht, geht nunmal zu weit. Wo kommen wir denn da hin, wenn der präpotente Milchbart nur ein schnodderiges "Hallo" murmelt -- angesichts einer Respektsperson. Das könnte noch zu ganz anderen Entgleisungen führen. Es heißt Heil Satan, nein "Grüß Gott", dass ihr euch das hinter die Löffel schreibt! Hergottsakra.
Egal ob man nun einer christlichen Randgruppe angehört oder nicht. Und beim Abgang knallt so ein tugendhaft bayerischer Teenager zackig die Hacken zusammen und hebt den rechten Arm, äh... bekreuzigt sich schleimt sich ein "Auf Wiedersehen" aus der Kehle. "Tschüss" klingt ja schon fast so wie "Fuck you" -- und wir haben ja keine anderen Probleme. Besonders renitente Brut allerdings kriegt zur Strafe das "Gott mit dir, du Land der Bayern" als Klingelton verpasst. Und soviel durchgestrichenen Text in einem Eintrag möchte man auch nicht immer lesen. Der Autorin fehlt halt eine feste Hand.

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storytelling

Kurt Vonnegut erklärt in einer einfachen Grafik, wie Geschichtenerzählen funktioniert. Wobei die Ordinatenachse zwischen "Böses Schicksal" und "Glück" variiert. Ich bewundere lässig vorgetragene Theorien, die das Leben leichter machen und für bessere Laune bei der Arbeit sorgen. In beiderlei Hinsicht hat Herr Vonnegut eindeutig die Nase vorn. Oder den Schnauzbart. Je nachdem...

[via Gawd668]

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Samstag, 4. Februar 2012

allmende weiß

Mit Herrn Trueconsumer auf dem Tempelhofer Feld... Zwecks Besichtigung der eingeschneiten "Organic Tamagochis". Die lustige Verkleinerung des Kleingartenwesens auf der extrem weiten Planetenoberfläche.
Ein paar Grünkohlstrünke ragten auch in den Flughafenhimmel. Und im Sommer sonnen da spanische Hipster neben türkischen Großfamilien.

(Siehe: Allmende-Kontor auf der Tempelhofer Freiheit.)

Weitere Bilder...

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