Mittwoch, 27. August 2008
fun with tourists
Einfach so in Berlin-Mitte herumstehen sollte man tunlichst vermeiden oder als Dienstleistung begreifen. Im Minutentakt kommt irgendein Tourist, der in irgendeine Richtung geschickt werden möchte. Es herrscht das Vorurteil, Berliner Eingeborene schicken Touristen immer in die falsche Richtung. Ich halte viel von Vorurteilen aber mache sowas in der Regel nicht.

Gestern war der Tourist ölig grinsender Teil einer ölig grinsenden Pubcrawl-Überlebendenkompanie, der uns ölig grinsend frug: "Do you know a good place to have some fun, hehe?" -- worauf meine freundliche Ansprache lautete, dass wir uns extra Mühe gäben nicht so auszusehen, als hätten wir jemals Spaß im Leben. Um die Typen aber von besseren Orten fernzuhalten, beschrieb ich den Weg zum Hackeschen Markt, bzw. zum White Trash, wo Pubcrawler die nötige Betreuung finden. Man möchte ja nett sein zu Fremden.

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Fehlgeschlagen. Auf dem Heimweg begegnete mir das Fähnlein wieder in der U-Bahn nach Kreuzberg. Wenigstens mussten sie sich mit der Vokabel "Schienenersatzverkehr" auseinandersetzen. Und trotz aller Abschreckungsmaßnahmen der BVG tobte in unserer Straße schon wieder der Mob aus amerikanischen College-Absolventen, deren Eltern viel Geld ausgeben, damit die Brut europäische Kultur kennenlernt ihren Dauer-Springbreak (= Ficken und Saufen) möglichst weit weg von zuhause erledigt. Vergiss vollgekiffte thailändische Traumstrände oder die inzwischen verfallenen Disko-Ruinen von Bali. Was wäre zu diesem Zwecke exotischer, als eine sonst ruhige Wohnstraße im jetzt so hippen Berlin?

Der Friedrichshainer Ballermann wurde inzwischen an die zweite Garnitur aus spanischen Konquistadoren übergeben. Man hört von ersten Sangria-Eimern auf dem Boxhagener Platz und Mietverträgen in Katalan. In Mitte finden längst nur noch trostlose Junggesellen-Abschiede der britischen Unterschicht statt. Die erste Garde der alliierten Besatzungstruppen aber ist inzwischen nach Kreuzberg/Neukölln weitergezogen und müht sich, den Bezirk in Schutt und Asche zu trinken.

Ich bin mir sicher, die Landung in der Normandie wäre 1944 noch ein bisschen flotter gegangen, hätte General Eisenhower ein paar Bötchen voll angetrunkener all-american Girls dabei gehabt. Mit Leggins, großen Sonnenbrillen, Modezeitschriften und Lonely Planets bewaffnet, sollten sie eigentlich jeden vernunftbegabten Ausländer in die Flucht schlagen. Bereits in der Highschool wird ihnen beigebracht, dass lautes Kreischen und spitze Kiekslaute das Weibchen als sexy und einsatzbereit kennzeichnen. Entsprechend kommunizieren amerikanische Touristinnen fast ausschließlich kreischend oder in trommelfellzerfetzenden Kiekslauten. So wie auch letzte Nacht beim dienstäglichen D-Day in Kreuzberg. Wo eine Handvoll junge Damen mühelos in der Lage war, die ganze Straße über ihre Paarungsbereitschaft in Kenntnis zu setzen. "How cuuuute!" -- Statt patriotisch kreischend in einem Boot nach Afghanistan oder Irak zu fahren -- oder wo auch immer amerikanische Generäle jemanden in die Flucht schlagen möchten.

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Kreischende Gören
Keine Ahnung, was die den Ami-Mädels in die Muttermilch packen, aber die haben häufig schon bei normaler Unterhaltung so ein Gefiepe: "how wonderful" oder "how nice" ist Bestandteil vieler Sätze, scheint mir. - Manchmal bin ich sehr froh, in Karlsruhe nur langweilige Wirtschaftswissenschaftenstudenten und Beamten zu sehen.

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wie süüüüüüüüüüüüühhss... kreischen sich die weiber in deutschland, beispielsweise bremen, auch schon länger untereinander zu. seitdem ich das immer persönlich stellvertretend nehmen muss, weil baby auf dem arm, krieg ich auch ohne berlin die krise. internationale dummheit

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