Mittwoch, 1. Juli 2009
gone fishing
Bin weg, was erleben, worüber man bloggen kann.
Vielleicht morgen.



(Presidio-Palast-Statuen namens "Contemplation, Wonderment and Meditation" mit Möwengehocke...)

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Montag, 22. Juni 2009
großstadtmüde
Montags bis Freitags Baustellenterror. Donnerstag abend Live-Musik unten rechts. Freitag nacht arabisches Trommel-Klarinetten-Duo gegenüber. Samstag nachmittag arabisches Trommel-Klarinetten-Duo gegenüber. Zur Erholung im Park, im Park inzwischen tägliche Goa-Soundsystems. Samstag nacht DumpfbeutelParty gegenüber. Sonntag Goa-Gewummer über dem ganzen Viertel, nuanciert nur von ein paar gröhlenden Pubcrawlern. Montag Baustellen-Gekreische vor dem Fenster, Internetz kaputt, Abgabestress und dazu noch eine kleine Lebensmittelvergiftung mit Magenkrämpfen. Fremdbestimmt urlaubsreif.

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Samstag, 20. Juni 2009
herr peschel mach hin
Rollo Aller 4 ist besser als wie ohne Rollo Aller 3.
(Und Darsteller sagt, in Bremen lachen die Leute anders als in Berlin.)

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have fun with autoverkauf
Da hatte man sein altes Auto auch in so ein Autoverkaufsinternet reingestellt und dann kriegt man seltsame Mails vom bulgarischen Geheimdienst oder von irgendwelchen ganz ausgefuchsten Autokaufmitspam-Ganoven.
Aber die Story ist schon auf ihre Weise lustig. Auch wenn sich nicht ganz erschließt, was mein alter Kombi mit dem Kampf gegen irakische Terroristen und die wiederum mit norwegischem Stockfisch oder Hundertmillionen Dollar zu tun haben... vielleicht ein neuer Film mit Tom Cruise?

>>>Read on...

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Donnerstag, 18. Juni 2009
der kapitän
Der Nachbar ist mal als Kapitän zur See gefahren. Dann hat er sich für eine andere Karriere entschieden und wurde Säufer. Seit 30 Jahren ist er damit sehr erfolgreich. Irgendwann haben sie ihm den Strom abgestellt und er hat dann eben mit Kerzen gearbeitet. Bis seine Wohnung eines Sonntagsmorgens brannte. Konnte gelöscht werden. Er hatte trotzdem weiter Durst. Und Wut. Meinte, wenn ihn hier jemand rausschmeißt, dann zündet er die Hütte richtig an. Feuerwehrmann erklärte mir damals: "Seinse froh, dass der über ihnen wohnt. Wenns unten drunter brennt, kommse nicht mehr raus." - Kapitän schlief dann oft im Treppenhaus oder randalierte ein bisschen, weil er zu besoffen war, seine Wohnungstür zu finden.

Die Kohle vom Amt wohl versoffen, keine Miete mehr bezahlt, viele Briefe weggeschmissen, also kam diese Woche der Gerichtsvollzieher und wechselte in fünf Minuten das Türschloss aus.
Der Kapitän bekam das nicht mit, weil er den Tag mal wieder auf seinem Stammplatz um die Ecke mit den Kumpels saß. Wir Nachbarn verständigten ein Amt, das für solche Fälle zuständig ist. Amt sagt: wenn er was anstellt, rufense die Polizei. Wir suchten das Viertel ab, um ihm seine neue Wohnungslosigkeit wenigstens mitzuteilen. Kapitän begab sich artig zum Amt und ließ sich eine neue Pennerbleibe zuweisen. Dort war es vermutlich nicht schön, denn heute schlief er wieder im Treppenhaus. Hat es nicht angezündet. Macht nur in die Ecke. Ich rufe das betreuende Amt an. Amt sagt: Rufense die Polizei. Mach ich nicht. Aber ich hoffe, dass die Hütte nicht brennt, wenn ich nachher wieder nach hause komme.

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Mittwoch, 17. Juni 2009
mitbringsel
Was ich den neuen und alten Westküstlern mitbringe, weil es manche Dinge in Ameriland einfach nicht gibt?!
... das Babapapa-Handtuch aus dem Neuköllner Badezimmer, einen Beutel Maoam, ein ganz bestimmtes Tshirt, OralB-Zahnseide, einen Sack Müsli, eine Kiste Bier, ein Glas Nutella und eine aktuelle Zitty. Kofferpacken.

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Freitag, 12. Juni 2009
final destination
Ein amerikanischer Freund verweist auf den Artikel in der Times über die Frau, die in Rio zu spät dran war für die Air France-Maschine, die deshalb den Flugzeugabsturz verpasst hat, aber zwei Wochen später in Kufstein bei einem Autounfall starb. Was für ein übles Drehbuch. Final Destination.

(Frau Generator feiert ein makabres Jubiläum, war vor 30 Jahren schon einmal klinisch tot. Wurde aber mühsam zusammengeflickt und mit schlechter Prognose ins weitere Leben geschickt. Zwei Flugzeugnotlandungen, ein schwerer Autounfall, ca. ein Dutzend Fahrradcrashs, fünfundzwanzig Knochenbrüche und unzählige Operationen später funktioniert das Ersatzteillager immer noch. Der Freund nennt das "Die Hard" Teil 1 bis 4. Ich nenne das Glück gehabt. Feier meinen zweiten 30. Geburtstag. Im Flugzeug über dem Atlantik. Alles wird gut.)

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Dienstag, 9. Juni 2009
damenbad: glück
Vor dem Schwimmbad bin ich extra nochmal knietief in einen Haufen reingestiefelt. Die Damen an der Kasse sind wenig erfreut:
"Dit is doch Hundeglück, damit versaunse jetz aba nich den ganzen Eingang." -- "Soll ich nochmal raus?" -- Nee, nach kurzer Beratung bekomme ich die Sudoku-Sonderbeilage der Berliner Zeitung ausgehändigt. "Zum Unterlegn im Schrank", damit die Scheiße am Schuh bleibt und nicht am Mobiliar.

"Wollen Sie die Rätsel nachher wieder haben?" -- "Nee, lassense mal." -- In der Dusche und auf der Bahn neben den Grundschülern roch es nach Pipi, aber das war ich nicht.

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Samstag, 6. Juni 2009
menschenopfer
Nochmal zum Thema Touristenbespaßung in our cute little Hauptstadt:
Seit einiger Zeit gibt es skrupellose Unternehmer, die im großen Stil Fahrräder an Besucher vermieten. Dabei wird wohl kaum gefragt, ob jene schon jemals auf einem zweirädrigen Metallgestell mit Muskelantrieb gesessen hat. Man entlässt die armen Toren nur mit einem Stadtplan bewaffnet in den mörderischen Berliner Kraftverkehr -- und es scheint egal, ob sie dort den Tod finden oder einfach nur umfallen, vor lauter Handhabungsproblematik.

Und nun sieht mal sie allerorts herumtorkeln auf ihren straßenuntauglichen Beach-Cruiserbikes... Omis aus dem Mittelwesten, japanische Honeymoon-Pärchen, goretex-imprägnierte Skandinavier. Manchmal gleich 30 Stück auf einmal, in der Rotte immerhin weniger gefährdet als wenn sie dem motorisierten Waidmann einzeln freigegeben sind. Dafür ein massiveres Verkehrshindernis. Vielleicht aber hilft das Phänomen Touristenfarrat dem Berliner Autofahrer umdenken. Was Geld bringt hat Schonzeit.

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Freitag, 5. Juni 2009
wählengehn
Diesmal ganz wissenschaftlich. Hab mehrere Wahlomaten entscheiden lassen, nachdem mich heute eine Dame von der bayerischen Ökobonzenpartei vollschwadronieren wollte. Nun bin ich präpariert. Falls das was hilft.

(Ach übrigens hier herrscht die gemeine, zum Glück unansteckende Blogfäule. Will sagen, wenn man nicht zu sagen hat und gleichzeitig keine Zeit, dann ist das Fengshui. Aber bald gibts wieder hochqualitative Reiseberichte aus dem nicht-europäischen Ausland.)

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look at this fucking hipster
Nelson hat immer die gleiche Hose an und Nelson macht "Hahaa!", wenn er mit dem Finger auf jemanden zeigt. Ich auch.

In Berlin hängen im Sommer 2009 mehr junge Amis herum als nach dem Krieg GIs. Sie verteilen auch keine Kaugummis, sondern versauen die Mietpreise und verhandeln in ihren Blog-Reiseführern den nächsten Bezirk, den sie zu besetzen gedenken. Sie tragen riesige Sonnenbrillen, hässliche Röhren-Höschen und alberne Hüte (Modell "Hausmeister Krause"). Die Berliner Altkleiderhändler dürfen sich freuen, denn sie kaufen die Second Hand-Läden leer von all den Scheußlichkeiten, die dort seit 20 Jahren aus Gründen verplombt in Stahlschränken lagerten. Muffige 80er Albernheiten zu Catweazle-Frisuren und Bärten. Sie haben nie Mark Twain gelesen und müssen erst ihre Hütchen abstoßen, bevor sie in ihre Suburbs und ihre US-Normalbiographie zurückkehren dürfen.

Mir egal. Ich fahr jetzt wieder nach Amerika und erzähl denen da, sie sollen zuhause bleiben. Und freu mich über meine neue Lieblingsseite:
>>> "Look at this fucking hipster" <<<

Hahaa!

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Dienstag, 26. Mai 2009
männer laut
"Innerhalb einer Schimpansengruppe, in der sich die Männchen stets darüber bewusst sind, wer dominant ist und wer nicht, kann einen die Fähigkeit zum lauten Radaumachen schneller die soziale Leiter hinaufklettern lassen als der Kauf eines neuen BMW.

Jane Goodall beschreibt den kometenhaften Rangaufstieg des Schimpansen Mike, der lernte, sein lautes Schreien bei Dominanzgesten mit dem Umwerfen eines Haufens Blechkanister zu steigern. Der Radau beeindruckte die anderen Männchen so, dass sie sofort die Reihen wechselten und unterwürfig zu ihm überliefen. Mike wurde zum dominanten Männchen. Seine Fähigkeit, das Lautstärkeniveau einer Rockband zu erreichen, schien eine wichtige Rolle in seinem Machtstreben gespielt zu haben."

(P. McConnell, Zoologie)

Mike erklärt mir die Welt.

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Mittwoch, 20. Mai 2009
neuköllner trendsport
Was machen zwei kleine Mädchen, wenn sie zusammen zwar vier Beine aber nur ein Paar Inlineskates (früher "Rollschuhe") haben? Sie gehorchen der Arithmetik und designen neue Sportarten. Jedes Kind bekommt einen Rollschuh, was besser ist als gar keinen, und fährt einbeinig. Der andere Fuß dient wie beim Skateboarden (früher: "Rollbrettfahren") dem Schwungholen. Frau Generator bewunderte gestern sowohl Geschwindigkeit wie künstlerischen Ausdruck dieser Neuköllner Trendsportart.

Bin sicher, in einem halben Jahr wird man sich in Mitte genau so fortbewegen und in 10 Jahren ist Halfskating olympische Disziplin. Wegen der Krise und den Banken und den ganzen Entlassungen nach der Wahl. Wir werden doch lernen müssen zu teilen.

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Samstag, 16. Mai 2009
der total spannende spieltag
Wahrscheinlich die besten zwei Stunden für gemächliche Autowäsche, Baumarktbesuche oder straßenleere Radtouren. Man könnte auch mit den Millionen anderen zur Konferenz in der Kneipe stehen. Was macht Frau Generator? Bügeln und Radio hören. Es wird böse enden.

"Der Chinese tritt ihn ganz gefährlich aufs Tor!"

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Montag, 11. Mai 2009
bärchenbilder
Stolze Eltern machen das Netz voll mit Fotos ihrer Brut. Im Gegensatz zur sonst so hohen Datenhygiene-Sensibilität wird der Nachwuchs allerdings nicht gefragt, ob er da später noch Bock drauf hat. Mal sehen, wie das weitergeht.

Klein Lucas-Alexander wird vielleicht mal Zentralbankdirektor, aber die Suchmaschine würgt immer wieder seinen ersten Puller-Starschnitt hoch. Oder Sina-Gina-Marie hätte in 10 Jahren gern ein Date mit dem heißesten Typen der Mittelstufe, der allerdings googelt zuerst die schmodderigen Windelfotos vom Ostseeurlaub anno 2005. Das Netz vergisst nichts. Und alle Kinder sollten bald anfangen, ungefragt die peinlichsten Elternfotos bei Facebook zu posten. Nur so wegen der Revange.

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Sonntag, 10. Mai 2009
weitergespargelt
Was war los diese Woche? Zweimal Spargel, fünfmal Besuch aus Dänemark und Hamburg, zweimal Stummfilm, einmal ohne, bzw mit Orchesterton, einmal mit Ton aber in Stummfilmfarben.
Fazit: mehr Mimik und dunklen Lippenstift benutzen statt vieler Worte.

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Freitag, 8. Mai 2009
achter mai


Gestern schon im Treptower Park.

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Donnerstag, 7. Mai 2009
religiöse rechthaberei
"Lehrer dürfen in den USA den Kreationismus nicht als "abergläubischen Unsinn" bezeichnen." (Telepolis)
Der Richter urteilt, gottlose Äußerungen verstoßen gegen die Verfassung. Über die Wiedereinführung von Scheiterhaufen zur Resozialisation wird vermutlich noch beraten.

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Sonntag, 3. Mai 2009
schönheit politikverdrossen
Frau Berlusconi will sich nach 30 Jahren endlich scheiden lassen von ihrem Kotzbrocken. Und zwar weil der Mann Europakandidatinnen nach Oberweite castet und mit 72 noch gern auf Teenager-Geburtstagen herumhängt, nur nicht auf denen seiner eigenen Kinder...Keine Frage, die Frau hatte Durchhaltevermögen, vielleicht auch nur Vermögen und deshalb durchgehalten.

Allerdings nimmt die "Welt" jene Scheidung zum Anlass für eine Umfrage. Thema: Politikerinnen-Qualifikationen (nicht: Qualifikationen des italienischen Ministerpräsidenten) -- und qualifiziert damit sich selbst und ihre Leser auf Silvios Kennerblick herab. Die extrem unstringenten Alternativen lauten nämlich wie folgt:


"Welt"


Aha, kopfkratz die geneigte Wählerin, es wird nach schönen Frauen gefragt und mit schönen Entscheidungsträgern, ergo männlich, geantwortet. Man sehe sich einmal um im tristen Katalog solcher Beautyqueens wie Wabbelbacke Kurt Beck oder Markus Söder, dem fleischgewordenen Schlafzimmerblick . Da interessiert man sich doch lieber gleich gar nicht für Politik -- so als Welt-Leser.

Schöne Frauen gehören zur Deko ins Fernsehen, wo sie dümmstmöglichst Dinge äußern sollen wie die fröhlich-schmollmundige "Kichi"-Sabrina (in Heidis Menschendarsteller-Gruselshow) . Und wenn das mit dem Modeln nix wird, kein Problem. Ab in die Partei mit dem Gekröte. Oder erstmal aufs Sofa des großen Vorsitzenden.
Heute wäre übrigens der 540. Geburtstag von Niccolo Machiavelli, wenn er nicht gestorben wäre. Aber der hatte auch keine Haarimplantate.

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Freitag, 1. Mai 2009
oversexed und angezogen
Auch so ein Phänomen... je mehr nackig auf Plakaten und in den Internet-Lehrfilmen, umso weniger nackig in der Realität? Je mehr gezupft, rasiert, gebodyshaped und gebräunt wird, umso unentspannter wird es, sich einfach mal unbekleidet an den Strand zu legen?
Im Freitag (und Mädchenmannschaft) eine Kolumne zum Thema Oberflächensex: "Es gibt kein dazwischen mehr, zwischen Porno und Prüderie." --

-- die Amerikanerin, mit der ich darüber sprach, hält jede Frau für eine Schlampe, die nicht total rasiert ist. Ich frag die Amerikanerin, ob das irgendjemand irgendwann mal sieht. Natürlich nicht. Die Amerikanerin macht einen dreifachen mentalen Rittberger bei meinem Hinweis aufs germanische Nacktbaden mit Restfrisur. (Haare sind ja irgendwie auch ganz kleidsam, wenn einem nicht alle Welt direkt auf den Muttermund starren soll...) -- Der männliche Amerikaner findet es unglaublich kinky. Beides. Restbehaarung und Nacktbaden sowieso. Aber eher kinky im Sinne von kinky. Sie werden in der Hölle schmoren bei all ihren schmutzigen Gedanken! Eine Hölle aus pornografischen Nacktbadern mit Haaren dran. Schwimmflügel nicht vergessen. Entspannt euch.

“For the first time in human history, the images’ power and allure have supplanted that of real naked women. Today, real naked women are just bad porn.”

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windelpopöchen


Die Zeiten sind schlecht und die Hosen unterprivilegierter junger Herren reichen immer noch nicht über den Bürzel. Man bekommt den Eindruck von unbequemer bzw halbausgezogener Defäktionshaltung (links), oder gar unverholener Zurschaustellung pampersartiger Schlüpferware (rechts). Vielleicht ein gelinder Windelfetisch? Die konsequente Fortführung des Maurerdekolletees?

Mode ist das, was alle zur gleichen Zeit anhaben müssen, wenn sie etwas besonderes sein wollen. Ich denke immer, irgendwelche Modemacher sitzen in Modemacher-Stammkneipen und schauen sich Fotos an von derart verunstalteten, gehbehinderten Passanten und lachen Tränen in ihre Modemacher-Latte. Und dann gehen sie nach Hause und ziehen ihre Hose hoch.

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knastdackel


Besuch im Tierheim. Der Dackel hatte bipolare Störung oder Borderline oder eine echt beschissene Kindheit und wollte abwechselnd knurren (zähnefletschend), bzw. herzzerreißend miepen... Neben dem Dackel ungefähr ein paar Hundert Kanisterköppe Listenhunde, die eigentlich alle ganz gelassen wirkten, so lange keine männliche Person sich ihrer Unterbringung näherte. Seit Kampfhunde in bestimmten Kreisen wieder out sind ("fehlender Distinktionsgewinn" nennt das der Soziologe) werden die dort auf Halde gelegt und Herrchen hält jetzt einen Alligator oder einen BMW.

Nein, Frau Generator hat noch schlimm Flugticket und deshalb keinen Hund.

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angespargelt


Was los war diese Woche? Dreimal Spargel. Und viel Wetter. Und Arbeit.
Und jetzt Bloggen am Block. Lecker!

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Montag, 27. April 2009
zeit für meditation
Im Fahrstuhl steckenbleiben ist auch irgendwie voll analog.

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wo sich spatz und hase gute nacht sagen


Berlin-Mitte Monbijoupark. Frau Krautter hat abgedrückt. Und, nein, das ist keine gestellte Szene mit ausgestopften oder bezahlten Darstellern.
Frau Generator freut sich und wünscht allen Häschen
eine schweinegrippefreie Woche.

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Freitag, 24. April 2009
kugelsitzschoner
Der freundliche Nachbar Herr Hannemann hatte diese Woche Buchvorstellung mit "Neulich im Taxi". Nach den Neukölln-Geschichten jetzt also Notizen vom zweitältesten Gewerbe der Welt...

Dabei geht das Buch weit über irgendein Schoten- und Anekdoten-Niveau hinaus, das man eventuell von Büchern über schwarze Lederwestenträger oder Kugelsitzschonern erwarten könnte. Herr Hannemann kann das gut mit der Menschenbeobachtung. Konnte er auch schon, als er seine Mitbürger noch hauptamtlich im Menschenkäfig herumkutschieren durfte. Die Lesung jedenfalls hatte zur Folge, dass ich Tarantinoeske Alpträume bekam von langen taxigelben Würmern, die man mir aus der Haut herausziehen konnte. Das hat jetzt eigentlich nichts mit Hannemanns Geschichten zu tun, ist aber trotzdem ein interessanter Effekt. Kann vielleicht auch vom Elfmeter-Halbfinale Werder gegen HSV gekommen sein. Oder von den Lesungs-Bretzeln. Obwohl eigentlich nicht. Jedenfalls möchte ich, dass das Buch mindestens in 10 Sprachen übersetzt und auch von 10 Millionen Rikschafahrern gelesen wird.

>>> Hier blökt der Chef noch selber.
.

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Montag, 20. April 2009
kirschblütenstunt


So ein wunderschöner Tag. Alle möglichen Risikobereiche auf dem Weg in die Kirschblüte erfolgreich umfahren. Zuerst die Bison-Designer-Rostbratwurst, das Volleyball-Massaker der polnischen Großfamilie im Park, die unangeleinten Kampfhunde der grimmig aussehenden Mädchen mit den Winehouse-Frisuren... und dann dieser dämliche Fahrfehler am Turnvater-Jahn-Denkmal... falsch gebremst und schön bergab die Schwalbe über den Lenker.

Wie ein toter Käfer lag ich verknotet im Gestänge. Drei Goa-Hippies halfen mir aufstehen. "Uns macht das nichts, wir sind bekifft," tösteten sie mich. Und ich humpelte dankend zur nächstgelegenen Stammkneipe, wo man netterweise Eisbeutel parat hält für Leute, die den Abstieg vom Hasenhill nicht ohne Blessuren schaffen. Ein gutes Essen bringt den Kreislauf wieder in Schuss und die ganze Buntheit der Unfallfolgen sieht man erst am nächsten Tag. Mein Blog-Ellenbogen dick geschwollen, dafür das Knie besser gelaunt als erwartet, Fahrrad hat ein paar Prellungen und die Rippen sind leicht verbeult. Glück gehabt. Übrigens, wenn man nicht genug Coolpacks im Eisfach hat, tuts auch gefrorenes Gemüse.

Blaugrünen Dank an Frau Creezy, die mich so freundlich nach Hause brachte.

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Sonntag, 19. April 2009
pärchensprech
Dass Leute nach gewissen Zusamengehörigkeits-Intervallen zu keinerlei Aussagen im Singular mehr fähig sind... ist ein alter Hut. Das demonstrative "Wir" zieht sich durch die komplette Sozialplanung und Selbstwahrnehmung. Ganz besonders in Krisenzeiten, vor/nach Kindsgeburten, bei Mangel/Zuviel an ehelicher Zuwendung, usw...

Eine ganz normale "Ich"-Aussage wird zur aufs Berufliche beschränkte Seltenheit.

Neu war mir aber, dass der Pluralis Paarensis instinktiv auch auf die komplette Umwelt übertragen wird. "Wir wünschen euch ein schönes Wochenende", bläst die Schwägerin in den Hörer. Dabei ist hier momentan außer mir gar niemand. Hmm?! "Ach so, ja", korrigiert sie ihre Sprachmechanik: "Wir wünschen dir ein schönes Wochenende!" -- macht die Sache dann auch nicht mehr besser. Ich euch auch!

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Freitag, 17. April 2009
release


Gestern gefeiert, heute "VÖ".
Frau Generator hört morgens gern das erste Lied.

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Donnerstag, 16. April 2009
isch weiß wo dein haus wohnt!

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