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Samstag, 28. August 2010
gestatten
generator, 15:29h
In diesem Blog dürfen ja auch manchmal ein paar Schnappschüsse erscheinen. Bilder sagen mehr als Worte. Und ich möchte mich heute -- anlässlich aller möglicher Jubiläen (zum Beispiel wurde heute vor 88 Jahren der allererste Werbespot im Radio ausgestrahlt!) -- feierlichst und mit Danksagung von meiner alten wackeren Hosentaschenkamera verabschieden:
Nach genau Zwanzigtausendundölf prächtigen Schnappschüssen soll sie jetzt ihren verdienten Ruhestand in der Ersatzgeräteschublade genießen. (Neben dem aufnahmefähigen Walkman und dem alten Rechenschieber der Firma Texas Instruments.) Wie man sieht, hatte sie schon einige Blessuren abbekommen in meiner Hosentasche, in meinen blutigen Händen oder von dem Asphalt, auf den wir zusammen stürzten. Man kann aber keine scheuen Rehlein fotografieren, wenn die arme waidwunde Kamera dabei erst knirscht, dann knurspelt und schließlich in Todeskrämpfen piepst, was das Zeug hält. (Auch wenn sie eigentlich noch ordentliche Rehlein-Portraits liefert. Vor allem im Makro-Modus von ganz nah dran, dahinter bräuchte es ein paar Dioptrin.) Deshalb oder trotzdem gestatten wir uns, ihre Nachfolgerin vorzustellen: Wie man sieht, hat Frau Generator ihre Markentreue an den Hutständer gehängt und folgte einer Produktinformation, die versprach, dass das Gerät wasserfest, sturzsicher, panzerfest, Das mit dem "wasserfest" musste ich natürlich gleich unter der Dusche ausprobieren. Schtümmt. Na dann, mal sehen, was man hier noch so an Unterwasser-Abenteuern und pornöser Radfahrerei zu sehen kriegt. Irgendwie alles sehr weitwinkelig, wie mir scheint. Aber da muss man vielleicht auch nur mal mit dem Seitenschneider ran...? ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 25. August 2010
schutzschützer
generator, 10:50h
![]() Manchmal bin ich aber auch ein Piktogramm-Legastheniker, jedenfalls kann ich mir nicht erklären, warum (oben links) zum aufgeklappten Buch einen Mundschutz getragen werden soll. Oder warum ich (unten rechts) nicht auf den fahrenden Zug aufspringen darf. Um was für eine seltsame Höllenmaschine (oben rechts) handelt es sich überhaupt? Und wo finde ich die Infotafel? Hauptsache Gehör. PS: dieses ist ein Beitrag statt eines anderen Beitrags. Aber das war ja auch irgendwie klar. Ich versuche derweil die Gebrauchsanweisung für die neue Fotoknipsgutdraufunterwasserwohlfühlbauchkraul-Maschine zu verstehen. ... link (no comments) ... comment Sonntag, 22. August 2010
understatement
generator, 12:06h
Mein ehrenwerter Metablogger legt Wert auf die Feststellung, dass er folgende Meldung aus dem Wirtschaftsteil der Zeit lustig findet:
"In unserer Ausgabe Nr. 33 vom 12. 08. 2010 haben wir den Hamburger Reeder Peter Kraemer als einen Milliardaer bezeichnet. Herr Kraemer legt Wert auf die Feststellung, dass er niemals Milliardaer war und es auch heute nicht ist. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen." Hauptsache satisfaktionsfähig. Er hätte die Zeit ja auch verklagen können wegen Rufmord oder übler Nachrede. ... link (no comments) ... comment Samstag, 21. August 2010
Herr S. -- rest in peace
generator, 23:55h
Es fällt auf, dass immer, wenn jemand stirbt, der lange krank und lange bekannt war, die Nachrufe aber zackzack in wenigen Minuten/Stunden auf dem Tableau und online stehen. Bei "plötzlich und unerwartet" dauert es länger. Wer sind diese Leute, die den Nachruf schon fertig haben, wenn einer doch noch japst???
Ich weiß nicht, ob ich alles gut fand, was Herr S. gemacht hat und Theater mag ich auch nicht besonders. Aber es tut mir sehr leid und die Einschläge kommen näher. Ich wünsch Ihnen einen Himmel voller Narren, Herr S.. Ach nein, die Narren sind ja alle hier. ... link (2 comments) ... comment Freitag, 20. August 2010
fotogesichter - oder musiker gucken immer böse
generator, 08:31h
Auf der Oranienstraße mitten im Getümmel steht ein Herr im Anzug und posiert für ein Foto. Mit ausgesucht grimmigem Gesicht. Überall wird posiert in Berlin. An der Posierer-Mimik kann man sofort erkennen, für welchen Anlass sich die Leute abbilden lassen. Am ausgestreckten Arm im Selbstportrait mit Sicherheit für die Selbstbewerbung im sozialem Netzwerk. Literaten stützen in Vierfünftel aller Literatenfotos den schwerwiegenden Kopf auf eine Hand -- oder halten zumindest den Daumen ans Kinn und den Zeigefinger an die Schläfe. Ebenso Leute, die wie Literaten wirken oder irgendetwas Gehaltvolles verkaufen wollen. Männer werden von unten fotografiert, Frauen von oben. Manchmal geradeaus, je nach Hintergrund. Kreischende Gruppen mit verrückten Hüten und hochfahrenden Extremitäten werben hingegen für Party-Events, die Sparkasse oder Energiekonzerne. Und bitterböse Gesichter produzieren sich immer für eine Musikveröffentlichung.
Bereits 1953 hat der internationale Gerichtshof in einem Grundsatzurteil festgelegt, dass auf Plattencovern keine gute Miene zu machen sei. Musik vermittelt sich durch die Schwere der Befindlichkeit. Auch klar. Geht es doch in 90% aller "Rockmusik" darum, das irgendwer irgendwen nicht, nicht mehr oder nur unzureichend lieb hat. Musiker müssen es ernst meinen, sonst nimmt sie keiner ernst. Wo kämen wir hin, wenn einen von der Metal-CD fröhliche Langhaarige mit psychotischem Lächeln anstrahlten? Hiphopper tragen Kindersachen in Herrengrößen und kompensieren diesen Standortnachteil durch einen möglichst todbringenden Blick. Selbst Fun-Punk-Punker harken auf ihren Bandfotos nicht zum Spaß über die Gitarre. Ausschließlich im Klassik- oder Jazz-Bereich darf zuzeiten ein entspannter Musculus mentalis gezeigt werden, aber nur bei ausreichend demonstrierter Innerlichkeit und himmelwärts verträumten Augen. Falls jemand Gegenbeispiele kennt, bitte melden. Ist illegal. Der Herr im Anzug von der Oranienstraße sitzt nach seinem Shooting im Imbiss nebenan. Und lacht wie eine Hyäne. Gut, dass man das auf seinen Fotos nicht sehen kann. ... link (3 comments) ... comment Mittwoch, 18. August 2010
schöner dingsen
generator, 11:54h
Um mich von weiterhin vorhandenen Zahnschmerzen abzulenken, widme ich mich dieser Tage handwerklichen Nebensachen. Als erstes ist mein Schaukelsessel dran. Den liebe ich sehr, aber sein verrottetes braunes Teddyfutter kann ich nicht mehr sehen. Die Edel-Polsterei in unserer Straße wollte nur für neuen Bezug Hundertmillionen Euro. Seine Polster sind aber noch gut und einen Tacker habe ich auch. Also wird kostensenkend heimgewerkt -- mit einem schlichten Salz und Pfeffer-Stöffchen. Nachdem die Armlehnen ab sind, gefällt er mir fast besser. Doch die Geschmackspolizei jault auf: man müsse dieses Ost-Original doch halbwegs original erhalten. Najut, ick schraubse wieda an. ![]() Die alten Winterstiefel besohlen überlass ich aber dem Fachmann. Und zum Wohnzimmer ... link (3 comments) ... comment Montag, 16. August 2010
20minutenzone
generator, 08:56h
Gestern abend sollte der zu repatriierende Staatsgast in Tegel eintreffen. Also den roten Teppich unter den Arm und mit Bus und Bahn und Bollerwagen hingeackert. Am einzig offenen Gate Gedränge und Geächz und fast eine Schlägerei. Tegel hatte Bombenalarm, deshalb wurden alle ankommenden Flüge über eine Pforte im Tiefgeschoss abgewickelt. Staatsgast musste eine Weile kreisen, durfte aber dann doch landen. Am Gate auch eine Bekannte, die mit dem Auto gekommen war, um staatsgästig abzuholen. Ihr Auto stand in der 20-Minuten-Parkzone. Zum Glück nicht in der Porno-Parkzone für 20 Euro die Viertelstunde (Bin selbst dort schonmal 2 Stunden Warteschleifen gefahren, weil anhalten zu teuer ist). Auto war für die Regierungszeit der Sprengkommandos großzügig abgesperrt. Man kam nicht dran und auch nicht weg. Spezielles Sprengkommando war noch nicht mal angerückt nach 2 Stunden Alarm. Staatsgast hatte Übermüdung und Jetlag.
Flughafenmitarbeiter gab die freundliche Auskunft, das könne sich ein paar Stunden hinziehen und die Strafzettel für Dalassen wären ja in der Pornozone wesentlich teurer. Staatsgast hatte Augenringe, Bekannte beschloss nach langem Hin und Her, das Auto über Nacht in der 20Minuten-Zone zu lassen, auf die Gefahr hin, dass ein herrenloses Auto vielleicht aus Sicherheitsgründen gleich mit gesprengt würde -- und wir alle fuhren öffentlich ohne Auto heim. Im herrenlosen Koffer wurde später herrenlose Wäsche gesprengt und man sollte niemals mit dem Auto zum Flughafen fahren. Müde Passagiere möchten man ja durch Abholung nicht noch mehr ermüden. Man sollte sowieso nicht soviel Auto fahren. Oder fliegen. Oder Busfahren. Ach, einfach zuhause bleiben... ... link (no comments) ... comment Sonntag, 15. August 2010
burschenschaften
generator, 09:53h
![]() Ganz vergessen von ferne: andere Städte, andere Probleme. ... link (2 comments) ... comment Samstag, 14. August 2010
schlechtelaunearchitektur
generator, 18:48h
![]() Mit dem absolut traurigsten Stadthallendesign von ganz West-Germanien protzt die Kleinstadt, in der man mich kleinstädtisch großzog. Jeder auswärtige Künstler, der dort zum ersten Mal auftritt, denkt vermutlich "Ach du Scheiße!" -- Komplett in tristen schwarz-lila 60er Tönen gekachelt tarnte man die Kulturstätte mit der vermeintlichen Fassade eines Schwimmbades oder Schlachthofes. Mengenlehre wurde gerade modern, entsprechend die ornamentale Einfalt der Zeit. Und um ja keinerlei optische Lebensfreude aufkommen zu lassen, wurden Treppenaufgänge in spielerischem Waschbetongrau appliziert. Noch unterstrichen durch ein massives Bronzerelief von einem Herrn Weber: in graugrüngrauen Anthrazit wälzen sich dort gequälte Kreaturen übereinander, als gelte es, den 30jährigen Krieg, die Inquisition und das Gulag auf nur 3x3 Metern erlebbar zu machen. Nachkriegsarchitektur von der Sorte Selbstgeißelung. Weil die Stadt sonst zu niedlich ist, setzte man diesen Kontrapunkt. Wenn ich schlechte Laune habe, gehe ich gern dort spazieren. Genannt wird der Bau schlicht "Kachelofen". Und innen ist er ganz schön. Frau Generator bloggt erst wieder weiter nach der Entgiftung. Da spuken noch zuviel Kleinstadt-Opiate im Kopf herum. Froh zu sein bedarf es wenig. ... link (no comments) ... comment Dienstag, 10. August 2010
krankentourismus
generator, 14:25h
![]() Manches Elend wird einem erst durch seine offenkundige Abwesenheit bewusst. Wenn man also jahrelang immer wieder in Berliner Krankenhäusern gastierte und auf Durchreise mal ein solches in einer wohlhabend westdeutschen Region in Anspruch nehmen darf -- so mag man sich ernsthaft wundern. Oder möchte feierliche Rezensionen schreiben. Krankenhäuser müssen also gar nicht unbedingt verdreckte, düstere, mit Werbeplakaten eingerüstete Horte der Hoffnungslosigkeit sein? Es ist durchaus möglich, dass Krankenhauspersonal selbst nicht so fertig und krank aussieht wie sibirische Uranminenarbeiter nach der Doppelschicht? Allerdings nur außerhalb Berlins. Ein Berliner Patient ist geradezu verschüchtert, wenn man ihm ein Lächeln schenkt. Oder eine ausreichende Dosis Schmerzmittel sofort kommt, wenn sie gebraucht wird. Und einem nicht gesagt wird, dass es scheißegal sei, woran man schließlich krepiert. Wo man sterbende Freunde über Nacht auf dem Fußboden liegenließ, aber nochmal wiederbelebte um eine weitere Chemo abrechnen zu können. Hier und heute --außerhalb Berlins -- rief mich der freundliche Oberarzt sogar zuhause an, weil ihm in seinen schlaflosen Oberarzt-Nächten eine weitere Untersuchungsmethode meiner alten Kriegsverletzung plötzlich sinnvoll erschien. Und mich bat, noch einmal vorbeizukommen und sich vorab für eventuelle Wartezeiten entschuldigte. Doch es gab keine Wartezeiten. In gut riechenden hellen Wartezimmern mit Gartenblick. Mit Garten, in dem die Schmetterlinge Patienten umflattern. Und Omis mit goldlackierten Turbo-Rollator zur Disko rollern. Und man doch immer noch proletiger Kassenpatient ist, allerdings außerhalb Berlins. Seltsam. Nehme mir jedenfalls vor, nur noch auswärts krank zu sein. Oder besser gar nicht. Kriegsverletzung wird später operiert. Oder gar nicht. Auf der Flucht... (PS: immer noch unter Drogen, deshalb wird hier ... link (2 comments) ... comment Montag, 9. August 2010
jeder nur ein kreuz
generator, 09:14h
![]() Nein, das ist kein neuer Hochsicherheitsknast, sondern eine Kirche, der letztes Jahr das Kreuz vom Dach geklaut wurde. Kommt sicher nicht mehr vor bei rundum Kameras und Natodraht. Glauben ist gut, Kontrolle ist besser. ... link (no comments) ... comment Sonntag, 8. August 2010
schön ist es auf der welt zu sein
generator, 20:19h
![]() Wer konnte denn auch ahnen, dass eine lokale Betäubung beim Kieferchirurgen in Zusammenhang mit einem codeinhaltigen Schmerzmittel oder vielleicht den am Vorabend genossenenen Zartbittertrüffeln bei totalem Entzug aller möglicher Suchtmittel und einem gemäßigten Tiefdruckeinfluss zu solch einem allergischen Schock führen würden? Keine Ahnung woran es lag... Erfinden Sie neue Unverträglichkeiten, liebe Leser. Die Drogen, die man nach dem Blaulicht bekommt, machen einen auf Tage besoffen. Und jetzt weiterschlafen. Alles wird wieder gut. ... link (6 comments) ... comment Dienstag, 3. August 2010
katastrophen
generator, 08:02h
"Die schlimmste Ölpest aller Zeiten" wird heute in den Titelzeilen verbreitet und man wirft mal wieder ungeprüft mit Superlativen um sich?! Schlimm genug, dass der Golf von Mexiko verdreckt ist, aber in Kuwait damals während des Krieges war es genau genommen nochmal ca. ein Viertel mehr Öl, das den persischen Golf verseuchte. Irgendwie wird die persische Ölpest nicht als Referenz hinzugezogen, vielleicht weil sie damals absichtlich herbeigeführt wurde? Ölpest-Kunkurrenzen...
In Pakistan saufen die Leute ab, dort und in China sterben weit mehr als bei hiesigen Vergnügungsveranstaltungen, in Moskau kriegen sie keine Luft mehr und die Deutschen werden neuerdings nicht zu wenig, aber zu doof für ihre eigene Wirtschaft... aber ein paar ausländische Fachkräfte könnte auch die Regierung gut gebrauchen. Es gäbe sicher zwei drei Vorschläge. Das ginge wie beim Trainerkarussel, wer's nicht bringt, wird weitergereicht. Vielleicht erhöhte so etwas auch den Erfolgsdruck gemessen am eigenen Leistungsgedanken, denn Herr Brüderle würde sicher nicht gern nach Burkina Faso zwangsversetzt. Think global! Ich fahr dann mal weg. Mit dem Zug, also nicht so weit. Zum Jahresurlaub. Eine Woche Schlafen in einem Nicht-Katastrophengebiet -- bei nur diätischem Einsatz des Internets. Das geht. ... link (no comments) ... comment Montag, 2. August 2010
feststellung
generator, 20:54h
Stelle mal wieder fest: ich mag Zahnarztpraxen, wo die Arzthelferinnen nicht nach
... link (no comments) ... comment Sonntag, 1. August 2010
wohnungslyrik
generator, 12:59h
Während sich andere in der Sommerfrische aalen, produziert Frau Generator kistenweise Inhalt. Deshalb keine Zeit fürs Blog oder Befindlichkeiten, Mails beantworte ich nicht und ans Telefon geh ich auch nicht mehr und und wunder mich, wer die ganze Zeit hat, dieses ganze Internet vollzuschreiben und frag mich, ob ein Kopf implodieren kann und nehme mir vor, nächste Woche ausschließlich zu schlafen... also heute nur 1 niedliche Fremdsprachen-Problematik von der Berliner Wohnungsrundbrief-Schwadron. Jemand Interesse an Eimerstehen?
"Habe ich meine 1 Zimmerwohnung. Gemütlich hinterhof mit 3 schönen Fenstern und vielen Pflanzen. Ausgestattet. Ich werde mein Eigentum verlassen, das in einem Speicherwandschrank organisiert wird. Wohnung ist eine Untervermietung von N***, ein Tänzer momentan arbeitend in einem anderen Studio in Berlin. Etwas ihres Eigentums ist auch im Platz gespeichert. Ideal für jemanden reisend oder in Übergang. Super schöpferischer Platz. ***Euros/Monat, übermäßig nah zu parken und Kanal und das Eisgestell. ....aber....(dar ist immer ein aber), keine Dusche. Ich finde ihm kein Problem, in der Küche in einem Eimer zu stehen." Nein, ich finde ihm auch kein Problem und liebe Übersetzungsroboter. ... link (no comments) ... comment Freitag, 30. Juli 2010
alter sack gossip
generator, 13:33h
Ein bekannter Filmregisseur feierte gestern schonmal vorab seinen 65. Geburtstag in Berlin -- und hielt zu diesem Anlass eine langelangelange Dankesrede, was die bauchfeudelige Filmvorführung verzögerte und das Publikum wohl auch eher, ähm, durstig machte. Er wollte witzigerweise genau 65 Personen danken. Und dankte und dankte und dankte witzigerweise 63 Männern und genau zwei Frauen, wie eine -- nicht dabei eingeschlafene -- Bekannte statistisch auswertete. Wer genau die beiden dankeswürdigen Frauen (Mutter und aktuelle Gattin?) waren, ist nicht überliefert. Wer genau der Jubilar ist, wird am 14. August in allen Zeitungen stehen.
... link (no comments) ... comment odyssee
generator, 09:29h
![]() (Damals wie heute: schlechte Laune im Ionischen Meer) Anfang Mitte der 80er hatte das noch sehr minderjährige Fräulein Generator die Schnauze voll von schulischem Einerlei und nichtsnutzigen Eltern und wurde Ausreißerin. Mit einer Freundin trampte ich nach Süden, begab mich in den Balkan-Express, hatte unangenehme Begegnungen mit jugoslawischen Soldaten im Wald, (aber das ist eine andere Geschichte) landete in einer Absteige in Athen, wurde dort wegen Drogengenusses kurz für tot gehalten, war nicht tot, holte mir auf dem Peloponnes statt dessen einen Jahrhundertsonnenbrand mit überall Brandblasen, und zerstritt mich in einem Kafenion auf der hässlichen Insel Ein gewisser ("älterer") Herr B., Künstler aus K., verfolgte die Szene und bot mir an, mich mitzunehmen. Es stand ein cooler schwarzer Krankenwagen vor dem Laden und ich war beeindruckt von seiner freundlichen Anteilnahme. Also gab ich meiner Freundin kurzerhand den Laufpass und stieg ins Auto. Die folgende Nacht verbrachten wir mit einem Kanister mutmaßlichen Weines und ein paar mutmaßlichen Griechen auf einer Steilküste, von der ich bei der ersten Trink- und Pinkelpause auch sofort herunterfiel. Zum Glück hatte die Felswand einen einzigen Dornbusch wachsen lassen. Hätte ich den nicht erwischt, wäre ich wohl 10 Meter tiefer auf spitzen Steinen zerschmettert worden. Besoffen wimmernd hing ich in diesem Dornbusch und ließ mich von einem besoffenen Bergungskommando wieder raufziehen. Resultat waren diverse Prellungen und Schnitte, sowie eine eingeschränkte Transportfähigkeit. Herr B. schlug vor, mich auf der Nachbarinsel Ithaka bei einer Aussteigerkommune abzugeben, wo ich meine Verletzungen in Ruhe ausheilen könne. Er selber sei völlig zerstritten mit diesen Leuten, aber es wäre ein guter Ort. Die Insel des Odysseus. So kam ich nach Sarak*niko. Blau und grün geprügelt. Die Bewohner der Kommune schienen auch untereinander völlig zerstritten zu sein. Aber es war wirklich ein guter Ort. Am Strand hatten sich noch mehr Besucher eingenistet, von denen bekam ich eine kleine Laubhütte zugewiesen und hockte einige Wochen nackt und bekifft in der wunderschönen Bucht. Einmal die Woche wurde ins Dorf gelaufen und zu diesem Zweck etwas angezogen, ansonsten gebaut, geackert, gebadet, getrunken, über Felsen gekackt, Lebensmittel vor Ziegen gerettet… Ich habe mich verliebt in eine schöne Belgierin, ich lernte wieder Griechisch und dass gegen den Biss des handtellergroßen Tausendfüßlers nur draufpinkeln hilft, ich wurde gesund und wieder krank, weil die Belgierin einfach verschwand. Und irgendwann tat ich das auch, denn so richtig abendfüllend war mein Rumgehänge für mich dort selber nicht. Zwei Jahre später war ich wieder da. Es war genau wie beim ersten Mal nur mit anderen Unfällen und auf anderen Wegen. Es gab immer noch kein Internet und keine Billigflieger. Hinkommen dauerte drei Tage, Reisen wollte erlitten sein und bedurfte anderer Entschlusskraft, besonders ohne Geld... Egal. Diese Woche kam eine Doku heraus über genau dieses (naive? gescheiterte? geglückte?) Aussteigerprojekt, das sich genau damals wohl in seiner größten Krise befand, aber immer noch besteht. Der Herr B. kommt auch darin vor. Und einige erwachsene Leute, die ich damals als Kinder kennengelernt habe. Zeitreise und vertraute Bilder von einer seltsamen anachronistischen Menschenansammlung mit Olivenbäumen. Ich mag es, wenn mir zufällig jemand sagt, was aus einer Sache geworden ist. Ich mag es auch, schon mit 16 gelernt zu haben, mich überall irgendwie durchzuschlagen. Aber wenn ich eine Tochter hätte wie mich, würde ich ihr rechts und links welche... Zum Glück für sie habe ich keine Tochter. Trauminsel revisited - in 6 Teilen ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 28. Juli 2010
tsetse
generator, 07:43h
Seltsamer Virus: Übelkeit, Ausscheidungen, Gelenkschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen, 36 Stunden Durchschlafen. Dazwischen ein müder Anruf: Zahnprophylaxe wird abgesagt, weil "Kollegin hat Margendarm". Passt gut. Können wir uns nicht mehr gegenseitig anstecken.
Heute Schlafkater. Aber mal wieder vorsichtig raustappen. Wenigstens die Haarspitzen tun nicht mehr weh. Haltet euch fern. ... link (3 comments) ... comment Sonntag, 25. Juli 2010
tagesthema
generator, 13:22h
Stichworte: Massenpanik, Lynchmob, Ballermann, Arschloch-Charts, Bauernopfer, Sündenbock, Sodom und Gomorrha, Warnungen, Verantwortung, Sicherheitskonzept, Mitgefühl, Strafe Gottes, Tragödie, Hilflosigkeit, Love, McFit, Eventrekorde, Todesvorfälle, Serverausfall...
Dumme Veranstaltung mit schlimmem Ende. Volkszorn kocht hoch nach hochgekochter Volksbespaßung. Massenmeinung. ... link (no comments) ... comment Samstag, 24. Juli 2010
kolonialportale
generator, 08:59h
Alle durchgezählt habe ich nicht, aber wenn ich die Quote an US-Bürgern unter meinem Balkon in unserem tourist Tinseltown hochrechne, dürften mehr Amis in Berlin leben und feiern als während der Besetzung nach Ende des WK2.
Nun ist der Amerikaner etwas träge im Erlernen fremder Sprachen und Gewohnheiten. Der einfachheithalber besteht er auch auswärts auf die eigenen. Und so bekommt Berlin zunehmend amerikanisierte Infrastruktur. Englisches Stadtmagazin, Burger-Bars, teure Mieten, englischsprechende Busfahrer, schlechtsitzende Hosen, soziale Gesichtskontrolle im Internet und inzwischen noch zwei Portale zur stringent amerikanischen Organisation des Berliner Lebens... 1. Yelp ist das amerikanische Qype. In Yelp kann man ebenso wie in Qype umsonstene Reklame oder auch Mecker reinschreiben, wenn man von einem Dienstleister mal so richtig schlecht behandelt wurde. Mit dem schlecht behandeln kennt man sich aus in Berlin. Das dürfte also ein großer Erfolg werden. Nur nicht für Qype. Die können jetzt einpacken, denn alles, was aus Amerika kommt, ist ja besser und schöner und größer. Nun setzt euch also hin und schreibt verwirrende Reviews für die hippen Party People. Damit die sich auch mal in eine echt barocke Eckkneipe verlaufen und dort nach Sushi fragen. Noch ist das Portal neu und unverbraucht, gestartet nur in Berlin und München. Außerdem kriegt man ein Sternchen, wenn man sich mit 500 Rezensionen die Finger blutig geschrieben hat. Und neue Freunde. Und ist irgendwie ein toller Hecht, der anderen sagt, wo es langgeht, glaube ich. 2. Über Craigslist findet man in den Staaten Es ist nicht alles schlecht am Imperialismus. Na, mal sehen. ... link (2 comments) ... comment Freitag, 23. Juli 2010
pfundsachen (1): pflasterbrille
generator, 12:19h
![]() Auch kurz- und gleichzeitig weitsichtige Sachensucher finden öfter mal interessante Artefakte auf den Straßen unserer Wegwerf- und Verlierergesellschaft. Zeit für eine neue Sommer-Serie. Heute: dieses Arrangement neben dem Briefkasten Ecke Urbanstraße, Kreuzberg. Kassengestell an Regenpfütze. Geschmeidig plattgefahren. Schön. ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 21. Juli 2010
hamsterfahrten
generator, 01:02h
Wieviel Kartoffeln-Körbchen wohl in so'ne ... link (one comment) ... comment Dienstag, 20. Juli 2010
multitasking
generator, 11:16h
Bote klingelt um Halbacht, Druckvorlagen sind unbrauchbar, nebenan schleifen sie Fensterrahmen, Pressejob kreist in der Warteschleife, hat bis Mittag fertig zu sein, ein Frau will mir ihren Garten verkaufen, der neue Badezimmerschrank hängt schief, Nachbarin will Kopien von was, Anwalt fragt nach Brief, Comiczeichnerin weiß nicht, wie man Überfüllung anlegt, ohne Seitenzahlen keine Korrektur, gegenüber pflastern sie die Straße, Kollege fragt, ob ich Manuskript noch vor seinem Urlaub schicke, Ex-Schwägerin hat Geburtstag, ein Freund will mit mir zusammen den Garten kaufen, der alte Futon muss zur BSR wegen der Teppichkäfer, in einer halben Stunde Abgabetermin, der Badezimmerschrank hängt schief, Rüttelplatte auf der Straße, irgendsoein ebay-Verkäufer schreibt böse Mails, ich hab Schnupfen, Kühlschrank leer.
Und das alles vor 11 Uhr a.m. -- Einfach wieder hinlegen? Praktikanten einstellen? Oder lieber gleich einen Pfleger??? PS: ein Lob dem ehrenwerten Finanzamt Kreuzberg, dem ich regelmäßig fehlerhafte Umsatzsteuerabrechnungen schicke und das mir meine Buchhaltungs-Legasthenie niemals nachträgt, sondern in nur zwei Tagen zuviel bezahltes Geld zurücküberweist. Grandios. ... link (2 comments) ... comment ein buch, zwo drei
generator, 10:01h
Nagel macht Reklame, weil man ihn dazu zwingt... in Stuttgart, in Frankfurt, in Künzelsau, in Barcelona, in Oslo... im Treptower Wald mit vorgehaltener Waffe... und liefert die följetonistischen Schadet nicht, wird ein tolles Buch, das alle lesen wollen. Ab September. ... link (no comments) ... comment Montag, 19. Juli 2010
jugendstilbaummoden
generator, 12:09h
... link (2 comments) ... comment geisterhaus
generator, 11:55h
![]() Ein Wochenende im Geisterhaus, wo die Wände Augen haben. War besser als erwartet. Nur ein paar kleine Kratzer ab bekommen. Man soll den ... link (one comment) ... comment Freitag, 16. Juli 2010
regression
generator, 23:30h
Ein gewisser Herr Williams will in seinen alten Job als Kinderstar zurück und seine alte Band nimmt ihn tatsächlich wieder auf. Ob das gut geht? Sex mit dem Ex ist doch selten eine gute Idee.
Und der Herr F. möchte mir bitte diesen Link schicken, von dem Typen, der von zu süßen Sachen Und dieser clevere Typ aus dem Spätkauf, der mir dieses Feuerzeug mit dem Hundewelpenfoto in Rosa angedreht hat, der möchte bitte Sprecher der Deutschen Bahn werden, dann klappt das mit dem Börsengang. Vielleicht kann er auch bei Take That einsteigen. Mit solchen unverdrogten Kulleraugen... Frau Generator meldet sich ab. Muss wohin fahren, wo sie nicht glaubt, dass es da gut ist. Aus Freundschaft. Ein andermal wär besser. Vielleicht auch nicht so heiß. Aber was tut man nicht alles. Freundschaft! ... link (3 comments) ... comment Donnerstag, 15. Juli 2010
nochmal frauenzufriedenheit
generator, 14:31h
Wenn ich 1 öffentliche Meinung lancieren will, nehme ich eine Studie, meinetwegen zur sozioökonomischen Lage der Bankangestellten seit 1972, vergleiche Äpfel mit Birnen, verdrehe zwei drei Sätze und behaupte einfach mal: "Bankangestellte haben mehr Sex und freuen sich über Schläge." (ergibt die Studie des Instituts für Sozioökonomischen Forschung der Fachhochschule Trochtelfingen.)
Bin mir fast sicher, diese Schlagzeile schafft es während des Sommers in sämtliche Boulevardblätter ohne dass mal jemand in Trochtelfingen fragt, ob das so stimmt. Beziehungsweise, ob es in Trochtelfingen überhaupt so ein Institut gibt. Zur vermeintlichen Frauenzufriedenheit mit weniger Einkommen (in Bild, Süddeutsche, Tagesthemen, Blogs...) folgte jetzt die Gegendarstellung der Studienautoren. Aber das interessiert ja keine Sau mehr. Die wurde ja schon durchs Dorf getrieben. "Wer keine Untersuchung angestellt hat, hat kein Mitspracherecht" (Aus den Worten des großen Vorsitzenden Mao Tse-Tung, S. 271 ff.) ... link (no comments) ... comment regentanz
generator, 08:06h
Wieder nix angekommen im tiefen Osten vom versprochenen Monsun. Zum Anlass die Lieblingsserie meiner jüngeren Nifften. (Gibt es überhaupt Kindersendungen, bei denen man nicht Ausschlag bekommt von der Begleitmusik?) Und wir buddeln heute einen Kanal und fluten den Flughafen Tempelhof. Da fehlt ganz klar ein See in der Gegend. Geschäftstüchtigste Meldung von gestern: Man kann für Mails nun auch Porto bezahlen, wenn man möchte. ... link (2 comments) ... comment Mittwoch, 14. Juli 2010
menschen, regen, sensationen
generator, 20:18h
![]() Crazy shit. Solch verrückte Bilder bekam ich soeben aus Köln gekabelt. Und solch ein Wetterphänomen soll nun wohl auch heute nacht auch wirklich endlich tatsächlich hier bei uns im Osten eintreten. Man nennt es Monsun. Also bindet die Blumenkästen fest und holt die Wäsche vom Balkon. Andere Sensationen erlebte ich vorhin beim Akku-Kaufen. Ich gehe regelmäßig Akku kaufen, weil die Händler immer der Meinung sind, Akku XY würde in meinen Laptop XYZ reinpassen und sich von blonden Frauen nichts sagen lassen. Es war nun der dritte falsche Akku und es hilft auch nix bei Händlern vorher anzurufen und zu sagen, dass ich bitte gern ein Pfund Akku zu 14,4 V hätte und nicht das aus der anderen Baureihe zu 14,8 V, denn wenn ich den Akku schließlich zurück bringe, liegt das daran, dass ich blond und weiblich bin und nicht, weil der Hersteller bei den XS-Modellen falsche Produkt-Informationen ausgibt. Aber egal. Beim Akku-Kaufen schweifte mein Blick über die USB-Sonderangebote. Was es nicht alles gibt an USB-Geräten (das sind die, die man mit einem kleinen Kabel an den kleinen Klapprechner anschließen kann): USB-Kaffeewärmer, USB-Kaffeekühler, USB-Ventilatoren, USB-Hundebürsten, USB-Wetterstationen, USB-Vibratoren mit Facebook-Applikation, USB-Kleinkalibertrommelgeschütze, USB-Nasenhaarschneider... und so weiter. Der Klapprechner hat allerdings nur zwei USB-Eingänge und Frau Generator immer noch keinen Hund, den man usbmäßig bürsten oder ventilieren könnte, deshalb bleibe ich bei einer einfachen Maus und halte mir den anderen für irgendwas ganz Spezielles frei. Irgendwas richtig Tolles und Nützliches und Herzwärmendes, das mich gesund und glücklich machen wird. Ich schau nächste Woche nochmal vorbei. Wegen des Akkus. (Danke, Brüderchen, fürs Foto!) Schönste Meldung des Tages: Dass ein Türke in Schweden Schadensersatz dafür bekommt, Grieche zu sein... ... link (no comments) ... comment Next page |
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