![]() |
|
Samstag, 23. März 2013
re-legislativierung der zweitnetze
generator, 00:48h
"Dieses Leistungsschutzrecht ist in Ihrem Land nicht verfügbar."
Das Netz wird enger statt weiter und schmaler statt breiter. Was sich vor 10 Jahren kaum jemand hätte vorstellen können: nationale Gesetzgebung schafft tatsächlich immer mehr Einschränkungen im WWW-Informationsfluss. Nicht nur in Nordkorea. Interessant, wenn du mal testweise auf verschiedenen ausländischen Flughäfen die selben total konspirativen Suchbegriffe (meinetwegen "Ferkelwemsen" oder "Yaoi" nachschlägst.) Und dann wahlweise nichts findest oder ganz viel -- oder gleich zur nächstbesten Steinigung abgeführt wirst. Oder eben als fortgeschrittenes Netzbürgerlein die richtigen Proxys kennst. Aber nur die tollsten Auskenner wissen das alles überhaupt und schütteln traurig die müden Häupter darüber. Was hätte aus diesem Netz in einer besseren Welt werden können, die nicht nur auf Geldverdienen und Dumme-Schafezüchten aus ist. Aber vielleicht werden wir alten Schreibmaschinen-Veteranen ja noch eine (echte) digitale "Revolution" erleben. Vielleicht könnten all die unterforderten Auskenner und Mate-Nerds einfach aufhören nur Häupter zu schütteln und sich stattdessen ein paar konstruktive Gedanken machen. Wenn es ein Netz gibt, sollte es doch möglich sein, noch ein zweites Netz zu erfinden. Oder ein drittes? Die Matrix von Burda und Springer und Gates und Kauder und Kim Yong Un einfach umschreiben, wie ein aus der Mode gekommenes Laptoptaschen-Strickmuster? Um Wege zu finden, die (kommerz-)freie Kommunikation wieder möglich zu machen. Ein bisschen Hase und Igel zu spielen mit betriebsblinden Politikern und Konzernen? Auf WWW folgt XXX und YYY und irgendwann sind wir wieder beim A-Level angelangt. Ich selbst bin zu blöde für echte Visionen. Und möchte mit "Netizen"-Konferenzen (aus triftigem Grund) nichts mehr zu tun haben. Und kraul mir die müden Stirnlappen am späten Abend. Aber schön wärs schon, eines Tages davon zu lesen. ... link (one comment) ... comment Dienstag, 19. Februar 2013
saubermachen
generator, 15:01h
Die "Initiative Saub*res Hamburg ist ein Zusammenschluss aus besorgten Bürgern"**, die in Hamburg grade die Obdachlosigkeit, sowie allgemeine Armut und vor allem auch Kotze im Vorgarten verbieten will. So heißt es auf der gleichnamigen Website. Zu diesem Zwecke möchte man Obdachlose "weg aus Hamburg" ... äh... deportieren?
(Könnte es sein, dass die besorgten Bürger ein schönes Ferienparadies auf Curacao angemietet haben, um den Hamburger Obdachlosen mal einen etwas kuscheligeren Winter zu ermöglichen? Frisch gebadet und gewandet, würden sie sich dort blaugefärbte Cocktails reinpfeifen, statt der üblichen 200ml-Doppelkorn-Dröhnung. Und sich später, falls ihnen danach ist, noch ein paar Spa- und Wellness-Einheiten des niederländischen Ballermanns gönnen. Den Hummer zum Dinner müssten sie nicht mit ihren schmutzigen Obdachlosen-Fingerchen zerlegen. Das würden freundliche Butler mit norddeutscher Contenance übernehmen ...) Denn seltsamerweise firmiert die Redaktion der "Initiative Saub*res Hamburg" im antillanischen Willemstad. Wobei die Domain der besorgten Bürger Hamburgs wiederum in irgendeiner zerlumpten Kreditkartenbetrüger-Webhosting-Bude von L.A. gehostet ist. Alles in allem klingt die Idee zu lustig, um kein Fake zu sein. Andere Bürger Hamburgs gründen gerade Gegen-Initiativen. Jedenfalls ist Frau Generator sehr gespannt, was am Ende bei der Sache rauskommt, wenn das alles rauskommt mit den Sponsoren hinter diesem sensationellen Sozialplan. Berliner! Uffjepasst. Und nicht den Anschluss verlieren im Aufräumwahn. ** [kannste selber gugeln] ... link (2 comments) ... comment Montag, 18. Februar 2013
geschreiisierung
generator, 10:32h
Weltbester Bruder wohnt ganz am anderen Ende, hinter den sieben Bergen, mehr so links auffer Karte, da wo sich Jeck und Tunte gute Nacht sagen. Neulich rief er an und beklagte in vorwurfsvollem Ton: "Warum blogst'n du gar nich mehr?"
Ähm. Tschuldigung. Weiß ich auch nicht. Aber warum willst du das überhaupt wissen, (du einziger Verwandter, der jemals auf 'ner Lesung von mir war, mein süßer Sonnenschein und Licht meiner freudlosen Tage)? Naja, sag ich mal wieder das Übliche: Meteoritenschauer haben wohl alle Netzanschlüsse atomisiert. Der Muserich hat sich verpisst zu Höherem. Das Bild hängt schief. Ich habe in schmerzhaften Wehen einen neuen Zahn geboren. Die Küche wollte renoviert, Möbel getüschlert, 2 Fahrräder behuft werden. Es gab andere Interferenzen. Und ehrlich gesagt hab ich letzter Zeit viel getwittert. Weil dieses Bloggen genau so autistisch ist wie mein Brotjob oder was ich sonst noch alles mache. Twittern ist auch nicht so schlecht. Bei Twitter kam ich oft vorbei, wenn ich (im früheren Winterexil) Folsom runter zu meinem Lieblingslungerplatz an der Bay Bridge radelte. Twitter saß mittendrin in der Stadt und nicht an irgendsoner Caltrain-Endstation im Silicon Valley zwischen Starböcks und Rüstungsfirma. Das Twitter-Hauptquartier hat nicht mal einen Firmen-Parkplatz. Nur 140 Zeichen. Vielleicht haben die auch sehr kurze Arbeitszeiten oder kommen mitm Rad. Hausnummer hab ich vergessen. Aber für jeden guten Spruch gibts ein Schulterklopfen. Auf dünnem Minimalkonsens. Und dann war da neulich ein großes Geschrei bei Twitter. Und noch mehr fieses Gegen-Geschrei. Und dann war mir plötzlich nicht mehr wohl in der Folsomstreet. Erinnerte mich irgendwie an meine Familie. Oder wie ein kluger Exfreund mal meinte: "Die schreien alle gleichzeitig und keiner hört zu." Mein kluger Exfreund hat sich bei Familienbesuchen immer ins Bett gelegt und wurde einfach krank aus Protest. Ich hab das damals nicht so mitgeschnitten, war ja selbst mit Schreien beschäftigt. Muss ja auch mal raus die Wut. Ganz normal bei uns zuhause. Aber wenn alle müde waren, ging nur noch der Fernseher an. Sonst passierte nix. Aufmerksamkeitsökonomie. Bei dem ganzen Twitter-Gepöbel jetzt hab ich mich ins Bett gelegt und bin ein bisschen krank geworden. Einerseits erfreut über winzige tektonische Verschiebungen gesellschaftlicher Krustenberge, andererseits auch einfach müde. Ich lebe immerhin seit über vierzig Jahren auf einem fremden Planeten mit allen Nebenwirkungen. Im Fernsehen war noch mehr Geschrei, allerdings noch etwas unsachgemäßer. Da schrien sich Leute an, die weder ein Buch gelesen noch sich jemals mit den zu beschreienden Themen befasst hatten. Kaum einer hörte zu. Schnellgerichte (aus dem Tiefkühlfach), standrechtliche Erschießungen, reflexhaftes Zotengelalle, Verbitterung und Selbstbemitleidung bis zum seligen Schlaflied des Status Quo. Manche Interessengegensätze lassen sich nicht wegflauschen. Auch nicht wegplärren. Aber das wird nochmal ein anderes Thema. ![]() [Aufschrei analog] Ich hab ein bisschen abgeschaltet, Netz und Fernseher. Alles nicht neu. Aufmerksamkeitsökonomie. Wie mein kluger Freund es damals strategierte: Ruhe suchen, während sich die anderen an die Gurgel gehen. Warten, bis vielleicht wieder irgendwer zuhört. Oder sogar fragt, worum es eigentlich geht. Dann gerne. Die ebenfalls kluge Frau Schrupp schrob irgendwo: es hat keinen Sinn jemandem etwas erklären zu wollen, das ihn gar nicht interessiert. Das musste ich erstmal lernen. Twitter ist Rummelplatz mit Kirmestechno und ein paar angesagten Ansagern. Hier im Blog säuselt gemütliche Kammermusik, während der Springbrunnen plätschert, eine leichte Brise weht und im Hintergrund ein kleiner Hund sich die Poperze leckt. Wieder und wieder. Etwas langweilig. Aber ok. Brüderchen kann gern mal anrufen. Oder vorbeicom. ... link (one comment) ... comment Dienstag, 29. Januar 2013
botox
generator, 13:26h
Früh um Siem am Tauentzien, frug der Dokter mich heute "Womit kann ich dien'?" -- "Eimma Botox und Po, dis wär'n halloo. Noch Fressbrett gespritzt und Kinn gespitzt. Und wennse schonmma dabei sind, möchtick gern die Titten wie'n Rind."
Früh um Acht aufm Wittenbergplatz, sah man nur blutige Flecken am Latz. Uff Kasse inner Bjutiklinik bleibt es beier gleichen Mimik. Paar Löcher im Pelz, getackert mit Strom, im Kampf dem bösen Melanom... ![]() ... link (no comments) ... comment Sonntag, 27. Januar 2013
heizkörperverkleidung
generator, 11:06h
Null-Euro-Basteltipp für einen kalten Samstagabend:
Recycling-Heizkörperverkleidung (altes Bambusrollo auf alten Regallatten). Jetzt noch den Rest weißen Sprühlack drüber und endlich mal die Küche streichen. Am Thermostat-Layout kann man noch feilen. ![]() ... link (3 comments) ... comment Mittwoch, 23. Januar 2013
lampe an
generator, 20:08h
Heute so bei Elektroschrott-Co*nrad Hasenheide: wackerer Glühbirnenverkäufer versucht blutjunger Amerikanerin zu erklären, was "Ostberlin" ist.
Ich habe nicht verstanden, wieso und was die ehemalige Teilung der Stadt mit der Entscheidung zwischen LED oder sonstiger Quecksilber-Funzel zu tun hat. Blutjunge Amerikanerin ihrerseits verstand nicht, wieso es mal zwei verschiedene Sorten Berlin gibt oder gab. Und wackerer Glühbirnenverkäufer merkte, dass er mit seinem englischen Vortrag noch andere Kunden in den Bann zog. Die E14er LED von Mûller-Licht sind grade im Angebot. Bei Co*nrad West. Funktionieren auch im Osten... gloobick. ... link (one comment) ... comment winterschlaf
generator, 10:50h
![]() Tschuldigung. Denkpause. ... link (2 comments) ... comment Donnerstag, 1. November 2012
krankenpflege
generator, 11:15h
![]() Nein, es ist nicht so schlimm. Obwohl ich weiß, dass die geneigten Leser meines Blogs auch zu irgendeinem geheimversteckten Teil ihrer voyeuristischen Seele auf blutrünstige Krankengeschichten stehen (sonst wären sie nicht meine Leser) -- kann ich derlei nicht bedienen. Es gibt momentan keine offenen Knochenbrüche, keine eitrigen Zahnfisteln, keine unappetitlichen OP-Berichte. Ich bin einfach nur krank mit Ausschlag. Und habe ein bisschen übertrieben dieses Jahr. Ein Häuschen gebaut, eine bizarrologisch hochwertige Ausbildung gemacht, einen Garten umgekrempelt, mehrere Himalaya-Gipfel bestiegen und nebenbei noch circa genau 12.000 Buchseiten redaktioniert oder übersetzt. Jetzt wird psychosomatet. Ärztin meinte: kapott und krank wegen übertreiben. Und verschrob eine Medizin, auf deren Packung "Feierabend" steht. Und im Beipackzetteln was von "nicht am Straßenverkehr teilnehmen". Die muss ich jetzt eine Woche lang nehmen, die Tabletten. Und gründlich alle Nebenwirkungen genießen, vor allem die Schlafattacken, eine allgemeine Besoffenheit und dass sich der Fußboden manchmal in schaukelnde Schiffsplanken verwandelt. Fear and loathing auf Kasse... Damit ich mich vom Straßenverkehr und auch vom Internet fernhalte, haben mir "gute Freunde" einen Haufen Filme vors Sofa gestellt. Ohne Mitspracherecht. Bei der Auswahl mache ich mir nun doch Gedanken. Welche Art Unterhaltungselektronik bei welcher Diagnose angezeigt ist, hat noch niemand systematisiert? Gibt es ICD-10-Code entsprechend therapeutische Film-Rankings? Ausschluss-Kriterien? Sollte z.B. jemand, der an der Beatmung hängt, ausgerechnet "Open Water" kucken? Oder Menschen mit akuter Arthritis "Edgar mit den Scherenhänden"? Ich hab jedenfalls die siebenteilige Extended-Edition vom Herrn der Augenringe mit Bonus-Hobbits zurückgehen lassen. (Lieb gemeint, aber ich hab zuviel gearbeitet, ich möchte jetzt nicht noch ganz Mordor durchfeudeln!) Ob mich 40 Folgen Büromobbingspaß mit C.M. Herbst ohne Stammhirntoupet erfreuen, bin ich mir auch grad nicht sicher. Dass mir Frollein J. die "Tote Omma" aufdrängte, weist hoffensichtlich nicht auf nekrophile Erwartungen ihrerseits hin. Über Kifferkultfilme bin ich bei meiner Medikation hinaus. Und Freunde, die mir kreischende NYC-Woohoo-Girls mit Shopping-Problemen aufdrängen, sind irgendwie auch keine Freunde. Ich brauch grad was Langsames und Betuliches zum Mitschneiden. Und damit ich weiß, dass diese Welt ungefähr so besoffen, schläfrig und zenmönchisch meditativ ist, wie sie sich mit diesen Tabletten anfühlt. Also fangen wir an mit "Spejbl und Hurvinek", trainieren uns langsam Richtung amerikanische Engel oder Walter Matthau & Jack Lemmon... und bis zur "Gegengeraden" kann ich hoffentlich wieder stehen. Entschuldigung, falls dieser Blogeintrag balla klingt. Ich bin balla. Aber das liegt nur an den Tabletten. Sagt Wowbagger der unendlich Verlängerte. ... link (2 comments) ... comment Samstag, 13. Oktober 2012
jahreszeitliche tristesse und kucken auf steine
generator, 12:14h
Schlechte Nachrichten erreichen einen überall. Und es scheint so, dass manche Kerzen schneller und heller abbrennen als andere. Traurig. Da mach ich mir dann Sorgen um die Spitzen-Ausnahme-Freunde, die auch ein bisschen zu sehr auf Verschleiß fahren. Mach mal langsam, guter Mann! Fahr vorsichtig. Pass auf dich auf. Lass es dir gut gehn. Ab und zu tief durchatmen... ![]() Derweil bin ich ein paar Tage durchs Riesengebirge gelatscht und geklettert. Immer langsam. Rauf und runter. Aber ganz schön weit. Runterkucken war besonders hübsch. Links Knödelland, rechts Polen. Grenzgängerei. Der schlechteste Witz der Woche war, dass ich pro Tag ca. 20 mal in Polen einmarschiert bin. Wenn man den Witz mit Witzen über den eigenen Nazi-Oppa kombiniert, ist der überhaupt nicht mehr blogfähig, deshalb lassen wir das hier lieber. Damit es da oben kurz vorm Himmel nicht so einsam ist, hab ich immer ein freundlich kuckendes Begleittier dabei. Das kuckt dann auch professionell fotomäßig runter oder rauf. Nach Polen oder Knödelland. Und unten warteten abends nette Leute mit Knödeln und Bier oder Bier mit Knödeln oder Bierknödeln auf mich. Und nach ein paar Tagen taten die Beine auch gar nicht mehr weh. Muss man sich keine Sorgen machen. Bloß einmal auf dem vereisten verschneiten vernebelten Geröllfeld mit der steilen Schlucht daneben (wo man aufm Foto weder Steiligkeit noch Glatteis erkennt), da hab ich gedacht... jetzt schön langsam. Pass auf dich auf. Aber dit schaffste ooch noch. War gut gewesen. ![]() ![]() ![]() ... link (2 comments) ... comment Donnerstag, 27. September 2012
verspannt und verpetert
generator, 11:03h
Puha. Morgens aufwachen mit irgendwelchen fiesen Außerirdischen im Hirnkasten, die einem mit Pressluft auf Sehnerv und Festplatte herumhämmern... Manche nennen es Kopfschmerzen, manche etwa Migräne? Ich nenne es tiefdruckbedingte Verspannungsverpeterungs- Seekrankheit mit Übelkeit Geht wieder weg. Muss ich mal langsamer machen heute. Die gute alte Kameliendame... Leg dich wieder hin, bis das Hirn in den Helm passt!
War genug los. Angeln für den Weltfrieden, Tanzen gegen Altersstarrsinn, Dachdecken als einmaliges Gemeinschaftserlebnis, Türen entlacken nach Dr. R. Hansen. Außerdem wurde eine kapitale Wurmzucht aufgebaut und aus tierliebhaberischen Erwägungen wieder in die kompostorische Freiheit entlassen. Free Max! Wir wollen doch alle eine bessere Welt und diese Würmer hatten nicht darum gebeten, an einer langen Schnur schwimmen zu lernen. Die letzten Wochen in Bildern... ![]() Fast ertrunkene Libelle föhnt sich trocken. Fisch träg die gleichen Socken wie der Angler. Beide habens überlebt. Hervorragende Saison für Nupsi-Pilze hinterm Weinstock. Oder weiß jemand wie die heißen? 100 Jahre Lack ab. Einwandfrei winterfest und fertig. Fast alles. Endlich. Zufallsfund im Kompost: 1 ausgewachsener Walnussbaum (kleiner). Abends ganz was anderes. Unter Leuten mit sauberen Fingernägeln. War auch mal schön. ------------------------------------------------------------------------- Und jetzt leg ich mich wieder hin. Echt jetzt. PS: Den rührendsten Text der Woche schrob Herr Hannemann. Muss man aber runterscrollen, weil dem sein Blogprogramm ebenfalls unheilbar verpetert ist. ... link (2 comments) ... comment Mittwoch, 12. September 2012
aufregerrettungsschirme
generator, 11:08h
![]() [Symbolbild: aktualisierte Fernsprechtechnik] Aufreger der Tages: dass die Deutsche Post nach 30 Jahren immer noch Telefone des Modells "Actron B" und "Dallas" und noch älterer Baureihen in Rechnung stellt. Obwohl es die Deutsche Post schon längst nicht mehr gibt. Und obwohl manche Wählscheiben-Apparate für den modernen User kaum noch handhabbar sind. Zum einen haben viele Frauen heutzutage gar keine Finger mehr, sondern nur noch Fingernägel (ein evolutionärer Nachteil, der sich auch auf den Bereich des Autoreifen-Wechselns und anderer Handarbeiten erstreckt). Zum anderen verfügen viele junge Menschen nicht mehr über die motorischen Kompetenzen, eine analoge Fingerlochscheibe präzise auf das geforderte Impulswahlverfahren einzutakten. Rechtsdrehend. Eine Wählscheiben-Applikation ist ja nicht verfügbar. Frechheit also, dafür immer noch Geld zu verlangen. Frau Generator ist mit ihrem Modell "Post 1064" (siehe oben) sehr zufrieden. Seit Jahren Es muss ja nicht immer Aktron oder Dallas sein. Hat mir meine Mutter mal geschenkt. Auch fast die einzige Person, die mich auf diesem Anschluss noch anruft. Sieht man am Staub. ------------------------------------- Zweiter Aufreger heute: Die SPD macht jetzt doch die Berliner Spätis dicht. Zumindest am Sonntag. Und wahrscheinlich auch bald nach Feierabend. Damit die Tankstellen-Konzerne dann mehr verdienen können. Weil die ja bald auch das Benzin in Anderthalbliter Tetrapacks verkaufen müssen. Die armen Tankstellen. Und wegen der "religiös-christlichen Tradition". Zum Schutz der Angestellten. Und weil sie es gut meinen mit kleinen Gewerbetreibenden. Mein Späti-Nachbar aus der Türkei findet das super. Kann er dicht machen. Müssen seine Söhne sich mal einen anspruchsvolleren Job suchen, als bei Papa Kisten zu schleppen. Und die Regierenden machen Berlin mal wieder ein Stück toter. Gut so. (Und eine besonders gewiefte Pharma-Lobbyistin wird übrigens neue Wirtschaftsenatorin, weil die alte Wirtschaftsenatorin irgendwelche krummen Dinger gedreht hat...) -------------------------------------- Dritter Aufreger des Tages: Die Karlsruher Bundesrichter in den schönen roten Kleidchen haben ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 5. September 2012
überambitionierte selbstvermarktungsfallen
generator, 10:23h
![]() [Symbolfoto: 24-Stunden-Hotline. Landwehrkanal Kreuzberg.] Frau P. erzählte jüngst von diesem Herren, dem sie beim Gassigehen am Kanal begegnete und der dort zum Zwecke der Eigenwerbung Visitenkarten an Passanten verteilte. Es ging auf dessen schreiend bunter Bling-bling-Coraldraw-Businesscard um irgendeine nicht näher zu verifizierende Dienstleistung im Bereich "Körperwahrnehmung" (vermutlich Nagelbettreflexzonen-Reiki mit tantrischer Klangschüssel-Penetration). Frau P. war darüber nicht weiter verwundert, denn wir leben nunmal in einer Stadt mit einem überduchschnittlichen Level an Bekloppten und auch bekloppten Beklopttheitsheilern aller Unsinnsniveaus. Lustig fand sie hingegen genau die Farbigkeit. Das Visitenkärtchen blingblingte, so sehr überhaupt ein Papierstück in 10 verschiedenen Schrifttypen blingen kann. Und es erweckte dabei den Eindruck, der Herr mit der ungenannten Dienstleistung führe ein internationales Unternehmen mit 8stelligen Zuwachsraten. (Vielleicht überlässt mir Frau P. noch das Original oder ich muss nochmal selbst Gassigehen, um euch das zu zeigen.). Am lustigsten fand Frau P., dass auch eine 24-Stunden-Hotline im Angebot ist. Damit der verzweifelte Klient in dringenden Notfällen jederzeit tantrische Klangschüsseln über den Kopf gezogen kriegen kann. Die Hotline firmierte unter der Vorwahl 030 mit Kreuzberger Nummer. Was zumindest kostenpflichtige Warteschleifen ausschließt... wenn es denn mal schnell gehen muss. Auf der Meta-Ebene raisonnierten wir dann allerdings den zunehmenden Selbstvermarktungsdruck in allen Lebenslagen. Je mehr es blingblingt, umso schlimmer muss es ja stehen um die Professionalität. Dass es immer unpeinlicher zu werden scheint, mehr zu scheinen als zu werden. Wenn jedes frisch erfundene Hobby in sozialen oder anderen Netzen zur ganz großen neuen Business-Idee aufgeblasen wird. Wenn jede Grundschülerin ein Curriculum Vitae mit der Betonung auf ihre speziellen Skills und Auslandserfahrungen auf ihrer Website führt. Und dass die brillante Spotlackierung der Berufsbezeichnungen so selten mit den harten Fakten des aktuellen Praktikantenvertrages korrespondiert... Selbstironie dabei eine aussterbende Ausdrucksform zu sein scheint. Jeder Mensch seine eigene Werbetafel. Wenn die Leute bizarrologisch hochfrequente Sachen machen, ist das häufig angstgetrieben. Es muss viel Angst herrschen da draußen. Ich glaub, ich ruf jetzt doch mal bei der Hotline an. ... link (one comment) ... comment Donnerstag, 30. August 2012
leistungsschutzrechtfolgenoptimismus
generator, 09:35h
![]() [Symboldbild schlecht zu lesen: "What germans think is funny" von Matthew Diffee im Vortrag Rejection-Satire, 03.03.2012.] __________________________________ Es ist ein bisschen traurig, dass es nun bald keine Zeitungen mehr gibt. War doch eigentlich eine gute Sache diese Presse. Aber die Zeitungsverleger wollen nicht, dass Suchmaschinen auf ihre Angebote hinweisen. Denn die Suchmaschinen machen ja das große Geld mit dem Internet und nicht die Zeitungsverlage. Deshalb haben die Zeitungsverlage nun ein Gesetz von der Regierung bekommen, das zur Folge hat, dass niemand mehr im Internet ihre Angebote findet. Das Gesetz heißt: "Wenn du böse zu mir bist, schieße ich mir so lange ins Knie, bis du nicht mehr böse zu mir bist." Die Folgen berechnen Zeitungsverlage anders als die großen Suchmaschinen. Für jene ist die deutsche Presselandschaft vermutlich nur ein kleiner Furz am Rande des intergalaktischen Informationsgeschiebes. Kann man gern auch einfach ausknipsen. Und das hätten die Zeitungsverlage auch selbst machen können: sich ausknipsen bei den Suchmaschinen. Mit einem schlichten Nicht-Indizierungs-Befehl. Falls sie den nicht kennen, könnten sie meinen Freund Carlos fragen, der weiß wie das geht. Ein bisschen pathetisch, was der Perlentaucher als Nachruf schreibt... "Das Internet war eine Episode der Freiheit". Unsinn, weil jedes Land sowieso sein eigenes Internet hat, wegen der sonstigen Zensur und jeweiliger kapitalistischer Wertsteigerungsinteressen... Ein anderer Satz stimmt aber: "Der Jubel der Medien über das Leistungsschutzrecht offenbart zugleich ihren Funktionsverlust als Träger der freien Öffentlichkeit." Nun ist das Knie kaputt und die Suchmaschinen sind immer noch böse. Also wird bald niemand mehr wissen, wie diese Zeitungen heißen. Die halten weiter an Geschäftmodellen aus dem 19. Jahrhundert fest. Aber Leute, die etwas schreiben, Autoren also, möchten in der Regel auch gern gelesen werden. Also müssen die Schreiber andere Einkommensquellen erfinden, als sie bisher die Verlage boten. Zukünftig werden hierzulande die interessanten Sachen vielleicht bald wieder in Blogs zu lesen sein. Wenn die Verlage zu dumm sind, machen die Autoren das eben selber. So ähnlich wie die Musiker, wenn sich dank der Gema keine Disko und kein Radiosender mehr Musik-Ausstrahlungen leisten kann. Die deutsche Sprache ist in hundert Jahren übrigens ausgestorben. Ein kleiner Furz am Rande der internettischen Sprachanwendungen. Was schade ist. Man kann so schöne lange Worte damit basteln. Z.B. "suizidgefährdete Verwertungsgesellschaftsmodelle". ... link (no comments) ... comment Sonntag, 26. August 2012
bieratemschwere sicherheitsbedürfnislage
generator, 19:36h
![]() (Off topic Symbolfoto: Hochleistungstretrollerfahrerin mit Trainingspartnern, gestern Kotbuss.) Mein gestriger Sonntag begann morgens um Halbneun in der U8. Irgendwie schien ich die einzig nüchterne Passagierin zu sein. Umgeben von glasigen Augen, toten Blicken und schwerem Bieratem der Berliner Normalnachtbevölkerung machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, dortens die Bezugsgruppe zu treffen mit dem Behufe, dem Kotbusser Stadion der Gastfreundschaft unseren jährlichen Besuch abzustatten... Wie üblich waren uns im überfüllten Eurocity nach Kraków die Randgruppen-Stehplätze der ersten Klasse zugeteilt. Eine erreichbare Toilette war wegen Kotzunfall verschlossen, die andere zwar geöffnet, aber fäkalienverschmiert und der grundentspannte Schafften wir es als Ausflugsgäste nach Kotbuss, mussten wir -- wie schon letztes Jahr -- vor Stadionbetritt die Schuhe ausziehen und auf Gefahrenlage hin durchprüfen lassen. Einige Mitreisende barfuß in den Gästeblock, da Springerstiefel wohl dem Atomwaffensperrvertrag des DFB unterliegen. Ganz ausgebuffte Hooligans reisen deshalb nur noch mit Badelatschen oder Flipflops zum Auswärtsspiel. Rucksäcke, Handtäschchen, Brustbeutel, Gürteltaschen und BHs über Körbchengröße D sind sowieso an der Garderobe abzugeben, damit nicht heimlich Pyrotechnik eingeschleust wird. Sicherheitsneuerung in diesem Jahr allerdings: Geldbeutel öffnen und bis auf den letzten Schein durchwühlen lassen, damit keine provozierenden Aufkleber oder antifaschistische Propaganda-Kassiber den Spielablauf stören. Ebenso wurde die Funktionsfähigkeit von Taschentelefonen und Kameras überprüft (evtl. Wurfgeschosse), danach wurde einem noch schnell und gründlich durch die Poritze gefeudelt und die Zehenzwischenräume nach Mittelstreckenraketen durchsucht. Stadion der Gastfreundschaft wie man es kennt. Wir waren dort jedenfalls sicher. Und alkoholfrei. ![]() (Symbolfoto: Spochtsfreunde in Käfighaltung.) Das Spiel war nicht weiter erwähnenswert und verloren. Dazu die üblichen Siegheil-Rufe der Gegenseite. Bezugsgruppe ficht das nicht an. Und ich bin auch kein Fan von irgendwem, sondern kucke nur gerne Fußball. Transparent mit vermutlich politisch inopportunem Inhalt beschlagnahmt. Ganz anders heute in Babelsberg gegen die Nazis aus Halle (0:1), da wurde kein "Asylanten"-Geschrei geahndet. Oder gestern in Lichtenhagen der Bundespräsident gegen die Antifa (2:0) auf seiner Gedenkverdrechselungskundgebung... Die Heimfahrt im noch überfüllteren Eurocity aus Kraków hingegen -- mit dem bereits bekannten noch etwas glasiger aussehenden Zugföhra -- gestaltete sich anstrengend. Denn die nochmals verknappten Bezugsgruppen-Stehplätze befanden sich zwischen zwei deutlich vollgekotzten Toilettenräumen mit schlecht schließenden Türen. Und Eurocitys unterscheiden sich von anderen Regionalzügen nur dadurch, dass die Fenster im Gang zugeschweißt sind, um Frischluftzufuhr auszuschließen. Kurz vor Berlin beschloss dann ein junger Reisender, noch das letzte verfügbare Klo durch explosives Erbrechen unbrauchbar zu machen. Trotzdem waren wir froh, nicht den früheren Zug genommen zu haben, den jene Gruppe Fußballfreunde mit ihrem 10-Liter-Kanister Frostschutz-Wodka bestiegen hatte. Sowas kann böse enden. ------------- Beim Umstieg in die Berliner S-Bahn musste die Bezugsgruppe wiederum feststellen, dass Sonntags alle 7 Milliarden Menschen gleichzeitig in Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Backe an Backe. Und über die Warschauer Brücke taumelten zusätzlich ein paar Millionen Außerirdische. Die allerdings trugen komische Brillen und ihr Fahrbier in Jutetäschchen herum. Es wurde Zeit für ein Resumee des Tages. Also frug ich den besonders bodenständigen und menschenfreundlichen Spochtsfreund A. nach seiner Meinung... Wenn er sich aussuchen könnte, in welcher Vorhölle er die Ewigkeit verbringen möchte, wäre das: A. Der Kotbusser Bahnhofsvorplatz umzingelt von gröhlenden Nazis und desinteressierten Sondereinsatzkräften. B. Der vollgekotzte Eurocity Kraków-Berlin in Gesellschaft eines reise- und alkoholkranken englischen Junggesellenabschiedes? C. Die Warschauer Brücke am Samstag um 18 Uhr inmitten von Hipster-Spezies mit Jutebeuteln voller Matebier. Er entschied sich für Alternative C, allerdings unter der Prämisse, dass er seine Schuhe anbehalten und mobile Schnellfeuergeschütze benutzen dürfe. So weit kommt man also mit Suggestivfragen. Danach trunk ich dann auch meine erste Alsterschorle. In einer Lieblingskneipe. Und dann trunken wir noch eins. Und schwogen uns erschöpft an. Und nach zwei Stunden hatten wir uns immer noch lieb und blieben noch ein bisschen. Und irgendwann hatte ich genug Mut, wieder ein öffentliches Verkehrsmittel zu besteigen. Aber der Bahnhof am Schlesischen Tor war voller Spezies. Rechts neben mir kiffte sich ein Pärchen die Biermüdigkeit aus den Knochen. Links neben mir versteckte sich eine ältere Lady. Und die versteckte sich auch noch in der U-Bahn hinter mir, als wir uns zwischen die wild Scheiß Alkohol. War aber schön gewesen. Der Ausflug. ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 22. August 2012
apfel aktien
generator, 23:17h
![]() Heute so beim Gemüse-Apu-Späti fiel mir auf, dass es doch bescheuert ist, wenn ich da mit einem Rucksack voller Äpfel reinstapfe, um noch ein Stück Melone und rote Zwiebeln zu kaufen. Aber meine kleine Kolchose wirft diese Saison irgenwie nur Unmengen Äpfel und Tomaten ab. (Und nach vier Wochen Tomatenschwemme koch ich schon täglich ein -- für lange dunkle Winterabende. Dinge, die wirklich nach Tomate schmecken, weil frisch vom Baum in den Topf: Sugo, geklärten Tomatenfond, Tomatenpaste, Tomatenheidewitzka und so weiter. ICH KANN KEINE TOMATEN MEHR SEHEN! Richtig Angst machen mir aber weiterhin die vielen Äpfel, die noch kommen. Nachbaroppa H. schätzte heute über den Daumen 8 Zentner. Und ich bin kein Pferd wie ein gewisser Rockstar T.U., der jeden Tag einen Sack Äpfel vertilgt. Zur künstlerischen Arterhaltung. Ich bin auch kein überambitionierter apple-User und esse nur einen. Täglich. #ctrl-shift-apfel.) Jedenfalls hab ich unserem Gemüse-Apu das dann auch erzählt: "Ich hab haufenweise Äpfel, wollen wir nicht tauschen? Ist doch bescheuert, wenn du nachgereifte Äpfel vom Großmarkt aus Neuseeland kaufst und ich kaufe bei dir Melone aus Italien, während ich nicht weiß, wohin mit den Äpfeln." -- Er probierte, fand gut, kalkulierte kurz und sagte: "Hier, nimm mal noch paar Spagetti und Aprikosen mit ... und wenn du Kisten brauchst, komm vorm Pflücken vorbei." Deal. Ich hab jetzt Apfel-Aktien beim Apu. Da ist doch was Konkretes. Nicht so ein New-Economy-Scheiß. Naturalien werden sowieso die neue Währung nach dem Euro. Und er kann dranschreiben: Treptower Goldmigräne oder sowas. Think regional, du kleiner Hipster. So brauch ich wohl doch noch ein Lastenrad dieses Jahr. Vielleicht leiht mir das jemand für zeitweilige Marmeladen-Grundversorgung? ... link (5 comments) ... comment Montag, 20. August 2012
windschatten
generator, 11:40h
Wo ist der angenehmste Ort bei über 30 Grad im Schatten? Aufm Farrat im Wald. Dort sogar ein laues Gegenlüftchen. Und wer ist der optimale Heißluftwindschattenspender? Ein gut gebauter Herr (nein, ich hab dich nicht fett genannt!) mit flottem Tempo, der gern die Nase vorn hat, das richtige Logo aufm Leiberl und der nicht nervt. Einfach nur fahren. Anhalten ist zu heiß. Den 25er-Schnitt allerdings haben uns die paar Sandwege vermasselt. Knie hat gehalten. Niemand wollte tauschen mit den Menschenmassen, die sich an brandenburgischen Seen stauten. Statt dessen durften wir uckermärkische Kühlschrankinhalte leertrinken, am privaten Froschteich ruhen und uckermärkische Anbaumethoden bestaunen. Versuche die Bezugsgruppe weiterhin zu motivieren, damit das mit der belgischen Reihe mal klappt. Und nicht nur mit den belgischen Waffeln, der belgischen Pommessoße oder dem belgischen Bier. ... link (no comments) ... comment Sonntag, 19. August 2012
motorische unterfunktionserfahrung
generator, 08:42h
![]() [Foto: Generator-Knie unfixed] Ja, nee, ist klar. Man muss in gesetzterem Alter nicht mehr unbedingt ganz neue Fortbewegungsarten erlernen. Zumal, wenn man seit Jahren gepredigt hat, dass diese spezielle (unter bösen Jungmenschen so beliebte) Fortbewegungsart gar nicht gut für die Knie und das allgemeine Wohlbefinden ist. Aber Frau Generator reitet manchmal so ein kleines Teufelchen und dann meint sie ganz genau jene Dinge ausprobieren zu müssen, vor denen wohlmeinende Geister alle verfügbaren Warnlichter, Abratungen und Kopfschütteleien aufgestellt haben... Immerhin, ich habe die Kreissäge, das letzte Motorrad und eine zweimotorige Propellermaschine überlebt. Vom Eishockeyspielen und Ärmelkanalschwimmen hab ich abgeschworen. Aber nun gelobe ich, mich auch niemals wieder auf so ein spezielles Farrat zu setzen. Ist nicht gut für die Knie (und ein bisschen auch den Ellenbogen oder den Knöchel) -- wie gesagt. Was tut man nicht alles, um sein Publikum zu amüsieren. Zum Glück war es klein, das Publikum. Und hat einen guten Charakter. Würde niemals Filmchen von meinen vielen Dummheiten ins Internetz reinstellen. So, ab aufs Pferdchen und nach Nordost. Aber mit Freilauf. Und ohne Umfallen, weil man nicht aus den Puschen kommt. ... link (2 comments) ... comment Sonntag, 12. August 2012
mittelstrecke
generator, 19:46h
Erster Mittelstrecken-Test mit dem Marinchen vor der längeren Fahrt. Seit Monaten hadere ich mit dem "heavy and ugly" Farratkauf. Ungute Umstände waren das sowieso und der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Scheibenbremsen quietschen wie ein hungriges Ferkel und die Trauer um den treuen Hirsch ist immer noch groß und früher war alles besser... Doch der Bürzel tut überraschend gar nicht weh und der neue Untersatz läuft brav gradeaus, sogar in den Great Plains of Brandenburg. An der Bushaltestelle am Ende der Welt wird Eminem gehuldigt und die Frau, die ich nach dem Weg frage, hat auch 'ne Zahnlücke. Nur mittig. Wir überholen Profi-Biker in Partnerlook-Vollausstattung, brackern problemlos über Kopfsteinstrecken und Feldwege, genießen ein bisschen Kunst und Torte zur Halbzeitpause, erlegen ein paar Inline-Skater und freuen uns über freundliche Cowboys auf seltsamen Pferden. Einziges Fährnis: eine fiese dumme Bremse, die sich in meinen BH verflogen hatte. Aber auch der konnte geholfen werden. Autsch. Nächstes Wochenende Nord Nordost. Sommer ist bald um. Da muss man sich ranhalten. (Eisenhüttenstadt wird übrigens nachgereicht. Das muss ich noch verarbeiten.) ... link (no comments) ... comment Dienstag, 7. August 2012
unzucht durch abwesenheit
generator, 23:55h
![]() Dem berühmten und geschätztenPsychiater Jakob H. zufolge lassen Blogfrequenzen immer dann zu wünschen übrig, wenn Blogautoren wider ihrer eigentlichen Natur plötzlich eine Phase erfüllten Sexuallebens hätten. Im Umkehrschluss diene das Bloggen an sich, wie auch jegliche Schreiberei oder sonstige Kulturleistung also nur der Sublimierung oder psychohygienischen Vertuschung eines nicht vorhandenen... also Sexuallebens?! Nun gab es weitaus größere Geister als mich, die versucht haben solche These zu widerlegen. Wortreich. Und während sie schroben hatten sie vermutlich keine oder wenig physische Ablenkung. Trotzdem Bullshit. Stand schon in der Bibel. Und auf der Milchtüte. Und trotz trotzdem spüre ich, wenn hier mal wieder 3 Wochen nix Neues steht, einen kleinen Rechtfertigungsdrang. (Nicht dass Herr Jakob H. oder andere auf die Idee kämen, ich möchte meine Leserschaft durch pure Abwesenheit und die Leerstellen in meinem schreiberischen Werk auf unzüchtige Gedanken bringen.) Wer irgendwas schreibt, nimmt sich sowieso viel zu wichtig. Oder empfindet sein Leben als aufregend. Oder hat grad nichts Besseres vor. Alles schlechte Voraussetzungen, um etwas Interessantes zu schreiben. Dieser Tage war ich einfach beschäftigt. Der Niebel bleibt eine schmerzhafte Plage. Die teuerste Schraube meines Lebens wurde nach 2 Jahren chirurgisch aus dem Fresskasterl entfernt. Ein Kollege ist so schwer erkrankt, dass wir sein komlettes Arbeitpensum umverteilen müssen. Der Garten beschert eine gewisse Brom-, Heidel-, Wein- und sonstige Beerenschwemme. Ich koche in Amokumfang Marmeladen, als stünde der Kriegswinter von '39/40 bevor und nicht der Maya-Weltuntergang aus irgendwelchen Vollkornzeitschriften. Ich erlerne eine teilparadoxe Infinitesimalrechnungsmethode auf Chinesisch und versuche daraus ein vernünftiges Sachbuch zu konstruieren. Meinem Gartenpalast fehlt immer noch ein zweites Dach und der Innenausbau. Ich ersinne Ausreden, um die Stadt nicht zu verlassen und keine vernünftige Zeile zu Bildschirm zu bringen. Dann war ja auch noch Antville kapott und dann wieder heile (Danke, Antville!). Ich fahre mit dem Fahrrad hin und her und dann wieder hin. Es ist zwar kein richtiger Sommer, aber dafür ein ausgelasteter. Und Frau Generator war noch nicht einmal baden. Geschweige denn an der See. Mist. Hat noch jemand Marmeladen-Gläser übrig? Die Tastatur klebt. Muss denn da immer einer Melonenkerne reinsabbern? So kann ich nicht arbeiten. Und der Sommer ist bald um. Ach was... --------------------------------------------------- "sweet theresa's dreaming she's floating past the sun she seems afraid to face the shade when all is said and done long ago you knew it an you forgot back then but you'll recall when scalpels fall summer never ends" (J.C.) ... link (one comment) ... comment Montag, 23. Juli 2012
wer wie oder warum wofür oder wogegen ist
generator, 10:09h
Beschneidungsinteressengruppen schön zusammengefasst:
bei "Ungehobelt". ... link (no comments) ... comment Mittwoch, 18. Juli 2012
bürokratenlyrik
generator, 22:25h
„Fristgerechte Sammelanordnung für Löschungsfälle nach Ablauf der Speicherfrist“...
Aus dem Agententhriller vom Innenpudel! ... link (no comments) ... comment gerechter zorn
generator, 16:25h
So heißt die Kolumne von einem Herrn Sch. in einer garstigen Propaganda- fregatte namens BZ, die sich in all ihrem Zorn gern selbst abschaffen möchte, weil sie findet, dass man die halbe Berliner Bevölkerung (und zwar die benachteiligte "ärmere Hälfte", ergo ihre mutmaßliche benachteiligte Leserschaft), am besten gleich komplett wegschmeißen und neue bessere, reichere, andere Zeitungen lesende Berliner einkaufen könnte:
"Die [Miete] wird weiter steigen. Wenn wir eine Weltstadt bleiben wollen, die wächst, müssen wir uns damit abfinden. Dann müssen Mieter, die es sich in der Innenstadt [und die BZ] nicht mehr leisten können, in andere Bezirke ziehen. Davon geht für sie die Welt nicht unter. Das ist anderen Städten ganz normal." Der Autor kennt auch niemanden, der was dagegen hat. Der Autor kennt sich ebend aus. Ich wünsche ihm noch viel gerechten Zorn. ... link (one comment) ... comment eisenhuettenstadt
generator, 16:04h
![]() [Symbolfoto: verschlafene Ausflüge] So. Ich muss die Stadt verlassen. Ernsthaft. Ich soll nach Eisenhüttenstadt fahren, was ein gewisser Tom Hänks "Iron-Hut-City" genannt hat und seitdem ist es dort ganz berühmt. Und in Eisenhüttenstadt -- the place to be -- ist nämlich Samstag ein total wichtiger Event (oder sagt man "das" Event?), wo ich hinsoll und hinterher drüber berichten. Weil ich wohl als Einzige noch nie in Eisenhüttenstadt war vorher und mal so ganz unvoreingenommen kucken soll, wie es da so ist -- und wie der total wichtige Event so ist. Und dabei geht es um DDR-Kunst, wovon ich auch keine Ahnung habe. Aber ich soll ja einfach mal so kucken. Ahnungslosigkeit als Standortvorteil. Das ist herauszuarbeiten. In Eisenhüttenstadt. Bin so aufgeregt, ich könnte Eierrollen. Ihr sicher auch. Wegen dem Bericht. Und wenn nicht? Nicht schlimm. Dann dreht euch einfach nochmal um. ... link (one comment) ... comment Dienstag, 17. Juli 2012
mützeglatze
generator, 10:27h
![]() [Symbolfoto: Sommerthema "Schwanzhaut"] „Übrigens, ich bin Jude!“ – meinte D. damals erklären zu müssen, als wir das erste Mal im Bett gelandet waren. Er schaute mich erwartungsvoll an. „Ach was?!“ – ich musste lachen. „Hätte ich nicht gedacht…“ Ironie ist Amerikanern fremd und muss erklärt werden. Oder zumindest vertieft. „Du hast einen recht traditionellen Namen, im Regal liegt deine Kippa und dein Schwanz ist beschnitten. Ich wär nie im Leben drauf gekommen, dass du Jude bist…!!! Und selbst wenn…“ D. schaut unzufrieden. „Ok“, sage ich, „das letzte gilt nicht. Die meisten Amerikaner sind beschnitten.“ „Deutsche Männer etwa nicht?!“ – D. ist weiterhin verwundert. „Nein, deutsche Frauen ja auch nicht. Alles organic.“ „Haha! Und wie ist das so… beim Sex?“ – „Ähm… anders.“ Denkpause. „Besser oder schlechter?“, will er es ganz genau wissen. Und ich halte mich an die Regeln (Gib einem Mann kein falsches Futter): „Kann ich nicht sagen, einfach anders.“ D. schaut wieder unzufrieden. Ich überlege, wie man „Mützeglatze-Spielen“ ins Englische übersetzen könnte. Oder andere technische Termini, die unter deutschen Männern so beliebt sind. Es gibt Dinge, die bleiben besser unübersetzbar. ---------- „Ist das nicht eklig?“ – fragte E., als wir bei Kaffeetrinken mal wieder auf das Thema kommen. Sie habe noch nie einen unbeschnittenen Schwanz gesehen und könne sich nicht vorstellen, so etwas anzufassen. „Es ist einfach normal.“, sage ich. „Also eine jüdische Mutter, die es gut mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter meint, ist immer für Beschneidung.“, führt sie fort. – „Warum?“ – „Jüdische Männer sind nun mal die besseren Liebhaber.“ – „Aha. Und das liegt an der Beschneidung? Arabische Männer sind doch auch beschnitten?“ – „Ja, aber arabische Männer haben kleine Schwänze. Sonst müssten sie die Frauen nicht so unterdrücken.“ Denkpause. Wir verlassen den rationalen Sektor und begeben uns auf vermintes Gebiet. Sobald ich sage, dass das rassistischer Unsinn ist, wird mir sofort Antisemitismus vorgeworfen. „Wenn dein lieber Gott aber wollte, dass Männer untenrum blank sind, warum hat er dann erst dieses Hautstück dran gebaut?“, frage ich. „Ach weißt du, Männer können auch mal was für Frauen tun. Wir zahlen doch sonst immer den höheren Preis.“ Religiöse Dialektik. Ich lerne, dass die „brit milah“ vor ein paartausend Jahren aus rein feministischen Motiven erfunden wurde. ----------------- „Ist das nicht eklig, so ein beschnittener Schwanz?“, fragte S. und er krallte sich an seinem Schnapsglas fest. „Nö, wieso? Hat auch einige Vorteile.“ „... sieht doch aus wie ein fieser Nacktmull, oder?“ „Guck dich mal um: die Welt ist voller Phallussymbole. Aber siehst du irgendwo eine Vorhaut dran?“ „Äh? Was soll das denn jetzt heißen?“ „Naja, geht es dir um Ästhetik oder um Kastrationsängste?“ „Jetzt werd mal nicht so psycho. Ich komm ganz gut klar mit meinem Schwanz.“ „Ja, aber vielleicht nicht mit dem von anderen?“ „Mir sind anderleuts Schwänze sowas von egal.“ „Also, was wolltest du wissen…?“ … ... link (4 comments) ... comment Donnerstag, 12. Juli 2012
mosterei
generator, 18:08h
Letztes Jahr hatte ich nur einen Baum vollhängen. Der brachte ungefähr 2 Zentner Äpfel, die ich alle nacheinander auf dem Farrat nach Hause bugsiert, entsaftet und zu allerfeinstem apple-Gelee oder Ähnlichem verarbeitet habe. Dieses Jahr hängen vier Bäume voll. Und zwar richtig. Deshalb interessiere ich mich seit Neuestem für Mostereien. Und wenn die Frau Mutter mal eine Marge Rhabarber-Most abzuholen hat, freut sich Frau Generator auswärts bei den Profis kucken zu können. In Thüringen. Die pressen mit Jahrhunderte alten Maschinen weltbesten Saft in braune Flaschen. Und sagen, dass sie das nicht mehr lange machen können, weil sie ja selbst bald so alt sind wie ihre Dampfmaschine. "Könnense alles mitnehmen, wenn wir hier aufhören," meinte der Besitzer. Und Frau Generator denkt mal wieder über Plan C bis F ihrer beruflichen Zukunft nach, wüsste aber grad nicht wohin mit solchem Fuhrpark. Außerdem läuft sogar die Safterhitzung (nach dem Häckseln, Maischen und Pressen) bei der Firma G. nicht per USB-Anschluss, sondern noch via Kohleofen. Knochenarbeit. Vermutlich werd ich die nächsten 10 Zentner also doch erstmal wieder durch den kleinen Entsafter jagen (oder solche Profis in näherer Umgebung ausfindig machen). Falls aber die geneigten Leser demnächst einen kleinen Apfelhunger verspüren, können sie auch gern vorbeikommen. Kauft bitte keine Äpfel aus Neuseeland! ![]() Apfelsaftflaschenwaschmaschine. Oldstyle. ... link (2 comments) ... comment Freitag, 6. Juli 2012
flickwerkfamilientheorie
generator, 21:16h
![]() [Heute erste Kirschschwemme zu ersten Testgläsern verarbeitet. Erwachsenenmarmelade mit Kirschwässerchen. Hicks.] Kirschen-Entsteinen ist prima meditativ. Kommt man auf Abwege. Ich grüble über familiäre Chaostheorie. Nämlich: ... Wenn die Ex von meim Bruder und Mutter seines Kindes nun wieder ein Kind kriegt von einem anderen Vater, in welchem Verhältnis steht Brüderchen dann zum Brüderchen oder Schwesterchen seines Kindes? Ist er Stiefexvater? Oder weil sein Kind ein Halbgeschwister bekommt, wird er dann der Halbexvater vom Geschwister? Oder wird er gar nichts außer Empfänger von Anwaltsschreiben? Und werde ich dann Halbexstieftante von dem Kind von meiner Ex-Schwägerin, die aber unverheiratet doch eher "nur" die Mutter meiner Nifften war und ist, also Nifftenmutter? Hmm... Auch andersrum wird kein Schuh draus: In welchem Verhältnis steht die Mutter des Kindes des Exfreundes zur Exstieffreundin des aktuellen Mannes? Doppel-Hmm... Bestimmt auch keine einfache Diktion für Familien-RechtlerInnen. Und für die Kinder erst. Aber vielleicht hören die ab dem dritten Stiefvaterfreund oder der dritten Halbmutter auf zu zählen in so einer vitalen Flickwerk-Familie . Oder sie spielen Elternquartett auf dem Schulhof: "Mein vierter Papa hat ein Boot!" -- "Ach, Papperlapuup, meine Halbexmutter ist Fallschirmspringerin!" -- "Und unser jetziger Mutterfreund macht mir heimlich Nutellabrote!" -- "Boah, du Geiler!" -- "Ich hab dafür 4 Omas!" -- "Das ist doch voll langweilig..." Kirschmarmelade wird langsam kalt. Gläser können umgedreht werden. Ich nehm das Wasser jetzt ohne. Prost auf die werdende Mutter! ... link (no comments) ... comment Montag, 2. Juli 2012
künstlerhautselbstverständnis
generator, 23:12h
Der Herr Geschmackstablette ist auch so ein Begabter und bringt die Dinge auf den Punkt:
"Nicht nur der Künstler wird vermarktet oder seine Kunst, auch die kritischste Position ist ein Akt der Selbstbestätigung der modernen Marktwirtschaft [...] Wallfahrtsorte, die selber schon Ausstellungszweck sind, werden errichtet. In ihnen starren die Gläubigen von heute achtsam das Tun ihrer begabteren Zeitgenossen an und vergewissern sich dabei sattsam, dass sie zu ordentlichen Distinktionsgewinnen fähig sind." [Geschmackstablette] Tschulldigung für soviel Zitat. ... link (no comments) ... comment Sonntag, 1. Juli 2012
feuchtgebiete
generator, 18:02h
![]() So, dachte ich, Hütte steht, jetzt kann ich schön im Garten Bohnen und Tomaten ziehn und auch mal unterm Apfelbaum inner Hängematte... aber Pustekuchen. Der letzte Juli war kein Ausnahmejuli (wie alle behaupteten), sondern Normaljuli und pünktlich zum Ersten haben wir wieder El Niño-Monsun-Weltuntergang in Berlin. Vergangene Nacht blubberte das Unwetter von oben und von unten. (Von unten durch die Kanalisation bis in den ersten Stock.) Noch mehr blubberte aber von oben. Der analoge Regenmesser zeigte mir 35 Liter pro Quadratmeter, da musste man aber erstmal hinwaten zum Regenmesser... der noch analogere Regenmesser zeigte auf knöcheltief = 35 L/m². Bei 50 Litern steht das Wasser kniehoch, kann ich mich erinnern. Vom letzten Juli. Nun überlege ich doch, auf all die gut gemeinten Ratschläge zurückzukommen. Zum Beispiel den mit der Alligatorfarm (riet mein Bruder). Statt Bohnen und Tomaten einfach ein bischen Kaninchendraht drumrum und Amphibien anbauen. Kann man an Feinschmeckerlokale verkaufen. Oder an irgendwelche Dawanda-Handtaschen-Designerinnen. Froschschenkel hätte ich jetzt schon im Angebot. Garantiert gewaltsam geerntet sogar unter Einsatz von Kinderarbeit. Denn die Nachbarskinder sind gnadenlos professionelle Froschfänger und für ein kleines Taschengeld sicher bereit zum Beine-Ausreißen. Frau J. meinte Sushi ginge auch immer, aber ich weiß nicht, wie man Sushi anpflanzt. Ebenso hab ich keine Ahnung von Reisanbau (Hinweis Frau G.), außer dass ich mal bei "Apokalypse Now" gesehen habe, dass man dazu ungefähr solche Gummistiefel trägt wie ich auf dem Bild oben. Und komische Hüte. Ein weiterer kommerzieller Erfolg wäre, laut Herrn Foxxi, wenn ich mich auf Wasabi spezialisierte. Denn er hat in der Zeitung gelesen, dass diese ganze Meeerettich-Soße, die man hierzulande den Leuten füttert, nur aus billigem Sempföl zusammengepanscht wird. Noch kein echter Wasabi habe je den europäischen Kontinent betreten. Wir könnten Millionen Euro-Notgeld verdienen, wenn wir Treptower Bio-Wasabi in Mitte an die Schnösel verhökern. Gut am echten Hon-Wasabi, so hab ich recherchiert: er wächst in Hydrokulturen. Schlecht an Wasabi: ich muss davon kotzen. Mag das Zeuch nicht. Außerdem bin ich nunmal norddeutsche Bauerntochter und aufgewachsen im Geiste Hermann Löns. Da werden Kartoffeln gegessen und Bohnen. Oder Grünkohl meinetwegen. Tomaten grad noch so. Aber ich seh nicht ein, wegen all der chinesischen Umweltverschmutzung und dem verkackten Klimawandeldauerregenmonsun jetzt auf Reisanbau umzuschulen. Das haben sie geschickt eingefädelt, die Chinesen. Die gute Nachricht: Hütte ist trocken geblieben. Traditionell norddeutscher Stelzenbau. Da können sich die Asiaten mal was abkucken bei uns! ... link (2 comments) ... comment Samstag, 30. Juni 2012
nasenblindheit
generator, 09:32h
![]() "Je älter ich werde, umso glücklicher bin ich mit meiner Verhaltensstörung!" -- ist eins meiner Lieblingszitate der klugen Frau K. Und nach jahrelanger Therapieerfahrung sollte eins zu seinen Kauzigkeiten stehen. Frau Generator hat zum Beispiel ein Riechfläschchen. Auf dem Schreibtisch. Und immer, wenn ich einmal traurig bin oder mir nichts mehr einfällt, Es riecht nach Limone und Verbene (steht drauf, obwohl die Verbenen im Garten eigentlich nach gar nix riechen) -- und es riecht nach dem Wäscheständer in San Francisco. Einfach gut. Mein Riechfläschchen enthält 2 Unzen "Mrs. Meyer's Clean Day" Universalreiniger. Nein, enthielt. Ungefähr eine 3/4 Unze hab ich nämlich schon weggeschnüffelt. Leider passte keine 2-Literflasche von dem Zeug beim letzten Rückflug in den Koffer. Also muss ich jetzt gut einteilen. Noch lieber als "Mrs. Meyer's Clean Day"-Waschmitteln habe ich den Geruch von frischem Betong. Das einzig Gute am Berliner Luxus-Bauboom ist, dass Betonggeruch-Junkies wie ich ab und zu heimlich auf Baustellen durchatmen können. Mit so richtig teuer riechenden Luxus-Betong. Was ich nicht mag, ist der Geruch, wenn meine Nachbarin zur Arbeit geht. Sie benutzt seit 40 Jahren dasselbe (Übelkeit verursachende) Parföng und schüttet sich davon morgens zuviel über Kopf, weil sie das nicht mehr merkt. Und dann kann man sie sogar duch geschlossene Türen riechen. Die armen Kolleginnen von der Nachbarin. Die sagen wahrscheinlich jeden Morgen "Guten Morgen" und gehn sich dann erbrechen. Weil es so selten nach Betong riecht hier bei mir, sondern mehr nach der Nachbarin oder nach angebrannten Käsefüßen aus dem Käsefüße-Integrationskochprojekt gegenüber oder nach BVG-Busabgasen oder Hundekacke oder dem modderigen Duft, der morgens um 9 aus der Kneipenlüftung nebenan herausgepustet wird... deshalb halte ich mir "Mrs. Meyers" und immer noch den grauen Schleier eigenen Zigarettenkonsums um mich herum. Wenn ich selber stinke wie ein alter Zweitakter, muss ich wenigstens nicht die anderen riechen. Und wenn ich mal ein paar Tage abstinent bin, dann überkommt mich die olfaktorische Keule dieser Stadt mit solcher Wucht, dass sich das nicht mit einer kleinen Morgenübelkeit abtun lässt. Beinahe beneide ich Freund N., der als Kind durch eine Infektionsverpeterung seinen Geruchssinn verloren hat. Dabei ist er selbst einer der bestriechendsten Menschen, die ich kenne. Das sag ich ihm immer, und er glaubt es mir nicht. Aber der Geruch von manchen Sorten Männerschweiß soll ja auch den weiblichen Zyklus stabilisieren. Und siehe da: während all der Jahre in irgendwelchen Bandbussen war mein Zyklus so zuverlässig wie eine Atomuhr. Hat aber nicht immer so gut gerochen in diesen Bussen wie in N.s Achselhöhle. So. Wenn die Nachbarin gleich weg ist, rühr ich eine halbe Unze Mrs. Meyers in den neuen Gartentreppenstufenbetong. Und stell die Verbenen daneben, damit sie mal lernen, wie sie zu riechen haben. ... link (one comment) ... comment Montag, 25. Juni 2012
neophyten
generator, 10:24h
![]() Bin grad ganz begeistert. Vor ungefähr 10 Jahren habe ich mal versucht, einen ganz speziellen Klee aus den Nebelwäldern in den Bergen einer kanarischen Insel nach Berlin einzuschleppen und zu verbreiten. Der blüht nämlich so schön. Und dem wachsen dann lustige Samenkapseln, die bei Bewegung aufpoppen und böllerartig ihre aggressive Genetik versprühen. Und er wird sicherlich nicht so viel Schaden machen wie die ganzen Eukalyptus-Bäume an der kalifornischen Pazifik-Küste oder die beifußblättrigen Ambrosia in Brandenburg. Hat aber nicht geklappt. Der kleine Klee hat sich nur grade so von Jahr zu Jahr durch meine Balkonkästen geschleppt. So aggrressiv ist der Spanier eben nicht. Nach Renovierung und Balkonkastenzerdengelung war er mir ganz abhanden gekommen. Dachte ich. Aber gestern entdeckte ich auf dem Gehweg vor der Haustür (wo es immer genetisch runtergepoppt hatte) eine neue kleine Kolonie kanarischen Nebelwald-Klees. Und das hat mich doch sehr gefreut. Mal kucken, ob er jetzt von dort über Treptow seinen botanischen Eroberungsfeldzug fortsetzen kann. Ausgraben, eingraben und poppen lassen. In Echt bin ich natürlich mit wichtigeren Dingen beschäftigt. Ausschlafen lernen nach Monaten viel zuvieler Arbeit zum Beispiel. Oder einfach mal Nichtstun. Aber das poppt nicht so schön. ... link (one comment) ... comment Nächste Seite |
Online for 4028 days
Last update: 19.06.13 13:51 status
You're not logged in ... login
menu
search
recent updates
re-legislativierung der zweitnetze
"Dieses Leistungsschutzrecht ist... by generator (23.03.13 01:10) Das Golombeksche Gedächtnis ist unermesslich!...
Das Golombeksche Gedächtnis... by generator (19.02.13 18:29) gut abgehangen:
blogs
... Antville.org home
... annalist ... antje schrupp ... bersarin ... che ... christiank ... dan ... enpunkt ... foxxi ... frau indica ... geschmackstablette ... die katrin ... karnele ... lesbomat ... lorelei ... olbertz ... sakana ... samui samui ... seewolf ... taxi berlin ... taxigourmet ... texterblog ... text & blog ... vorspeisenplatte ... walterstreet stadt + farrat
... auguststr
... bikeblogger ... bike commute ... bike portland ... gentrification ... heinrichplatz tv ... mietenstopp ... radspanner ... sf streets kunst oder so
... al burian
... beutekunst ... cecile bouchier ... comoll ... enjambements ... jordan atanassoff ... herr lorenz ... minou zaribaf ... reinhard kleist schreiber
... ahne
... baufresse ... bov bjerg ... falko hennig ... nagel ... reptilienfonds ... robert weber ... schnipselfriedhof ... uli hannemann ... voland & quist |